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49. KAPITEL.
Die Stellung der öffentlichen Meinung
zur Gewerkschaftsbewegung,
I)ie wachsende Beliebtheit, der sich der Gewerkschaftsgedanke
im Publikum erfreut, ist eine der vielversprechendsten
Erscheinungen der Gegenwart. Es ist eine Lebensfrage für die
Gewerkschaften wie für alle modernen Bewegungen, sich durch
gerechte Handlungsweise gegenüber allen Bevölkerungsklassen
diese Gunst der Gesamtheit zu erhalten und zu vermehren.
Niemand kann dem Arbeiter helfen, als der Arbeiter selbst.
Andere Gesellschaftsklassen konnten ihm ihre Hilfe nicht mit Erfolg
leisten, wenn er nicht selbst gewillt war, mittels der Organisation
seine eigenen Rechte zu verteidigen, und ohne dies würde er auch
keine Hilfe verdienen. Aber in seinen Handlungen darf er die
Bahn nicht verlassen, die die Gesamtheit für recht hält.
Es gibt Zeiten, in denen der Arbeiter den Unternehmer
ebenso ausbeuten kann, wie dieser es sonst mit ihm tut. Aber
jeder solcher Versuch würde die Waffenbrüderschaft der neutralen
Klassen von seiner Seite auf die des Gegners treiben. Als Hauptgefahren
der Entfremdung der öffentlichen Sympathie kommen
in Betracht: Vertragsbruch, Einschränkung der Produktion und
Zwistigkeiten im eigenen Lager.
Durch die Notwendigkeit, stets an das Publikum appellieren
zu müssen, sind die Gewerkschaften in erregten Zeiten zu ihrer
Zurückhaltung gezwungen gewesen, und wenn der gesamte Erfolg
oder Misserfolg der Bewegung schliesslich von der grossziigigen
Gerechtigkeit des amerikanischen Volkes abhängt, das die Ideale
heute mit ihr teilt, so ist doch in jedem einzelnen Falle und
Streitpunkte diese Sympathie neu zu gewinnen.
Die Macht der öffentlichen Meinung äussert sich in verschiedenen
Richtungen; einmal in der Gesetzgebung, die zeitweise
die Gewerkschaften direkt zu unterdrücken suchte, und die ihnen
zu ebenso grossem Nutzen werden kann; zweitens in Streikzeiten
in der Beisteuerung zum Unterstützungsfonds; drittens im Druck
der Presse auf Versöhnung und Schiedsspruch.
Aus dieser Aufgabe der Arbeiterbewegung, in steter enger
Fühlung mit der Öffentlichkeit zu stehen, ergibt sich für die Führer