für Streikzwecke, 6,0 für Kranke, 3,2 für Todesfälle, 3,65 für
Arbeitslosigkeit und 2,95 für Reiseunterstützung (die zu 90°/ 0
zurückgezahlt wurde) entfallen. Altersunterstützung ist von
einigen Vereinigungen in Angriff genommen worden, aber noch
nicht sehr entwickelt.
Die Ausdehnung dieser Versicherungen wird den Gewerkschaften
auch in Zukunft einen bedeutenden Machtzuwachs und,
trotz der Notwendigkeit höherer Beiträge, eine grössere Popularität
verschaffen. Die Gründer solcher Kassen seien gewarnt, nicht
für geringe Einzahlungen zu grosse Versprechungen zu machen,
vor allem aber dieselben den Hauptaufgaben unterzuordnen,
welche immer in der Verbesserung der Arbeitsbedingungen bestehen.
14. KAPITEL.
Amerikanische Durchschnittslöhne.
Den grössten Vorteil hat der Lohnarbeiter von seiner Gewerkschaft
durch die Hebung und Festigung seiner Lebenshaltung.
Die Geschichte der Gewerkschaften im 19. Jahrhundert lehrt eine
allmähliche Erhöhung der Löhne. „Eine überwältigende Mehrheit
der Aussagen in der Industriekommission“ beginnt ein Bericht
von 1902, „zeigt, dass die Organisation der Arbeit eine bemerkenswerte
Besserung der Wirtschaftslage der Arbeiter erreicht
hat.“ Obgleich die Unternehmerschaft wie die gut unterrichtete
Oeffentlichkeit dies zugeben, behaupten einige Theoretiker, dass
dieser Vorteil infolge der steigenden Preise der Unterhaltsmittel
illusorisch sei; da jeder Preis, genügend weit zurück verfolgt,
nur aus Löhnen sich zusammensetze, sei die Steigerung derselben
ein circulus vitiosus und schaffe nur nominell einen anderen Massstab
für den Austausch der Güter. Nun erhöht aber ein besserer
Lohn nicht gleichmässig die Produktionskosten, da wir die grössere
Leistungsfähigkeit der besser gestellten und gebildeteren Arbeiter in
Betracht ziehen müssen. Und anderseits hängen in gewissen Industriezweigen
die Preise überhaupt nicht wesentlich von den Löhnen
ab, sondern nur von der Kaufkraft des Marktes gegenüber den
monopolisierten Gütern; dazu kommt die Beeinflussung der Preise