Full text : Organisierte Arbeit

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Die  Erfolge  des  Kampfes  auf  diesem  Gebiete  sind  beständiger
als  die  des  Lohnkampfes;  sie  können  durch  keine  steigenden
Unterhaltspreise  verkürzt  werden  und  pflegen  auch,  einmal
errungen,  kräftiger  verteidigt  und  selten  rückgängig  gemacht  zu
werden.  In  schlechten  Zeiten  ist  natürlich  die  Versuchung  für
die  Unternehmer,  an  den  Löhnen  zu  sparen,  grösser,  als  bei  dem
geringeren  Bedarf  an  Arbeit,  die  Arbeitszeiten  zu  verlängern.
Im  lü.  Jahrhundert  haben  die  amerikanischen  Gewerkschaften
die  Arbeitszeiten  von  12  —  14  auf  8—10  Stunden  herabgesetzt.
Allerdings  haben  Staats-  und  Bundesregierungen  beträchtlich  zu
diesem  Erfolge  beigetragen,  so  besonders  durch  den  erwähnten
Erlass  des  Präsidenten  Van  Buren  1840,  der  in  den  Staatswerften
die  Arbeitszeit  auf  10  Stunden  beschränkte,  und  die  weitere
Herabsetzung  auf  8  Stunden  im  Jahre  1867.
Führend  in  diesem  Kampfe  waren  die  Gewerkschaften  des
Baugewerbes,  weil  diese,  zuerst  gegründet  und  am  frühesten  zu
beträchtlicher  Stärke  gelangt,  auch  untereinander  verbündet  waren
und  geschlossen  vorgingen.  Da  zudem  die  Konkurrenz  in  diesem
Gewerbe  unter  den  Unternehmern  der  verschiedenen  Städte  nicht
so  scharf  war,  richtete  sich  der  Durchschnitt  auch  nicht  so  sehr
nach  den  niedrigsten  Ansprüchen  des  Arbeitsangebotes.  Von  der
üblichen  Arbeitszeit  während  der  ganzen  Dauer  des  Tageslichtes
versuchten  die  Schiffstischler  direkt  nach  dem  zweiten  Krieg  mit
England  eine  Reduzierung  auf  10  Stunden  durchzusetzen,  was  sie
auch  durch  Streiks  im  Jahre  1825  erreichten.  Durch  Sieg  auf
Sieg  im  folgenden  Vierteljahrhundert  war  am  Ende  des  amerikanischen ­
  Krieges  im  ganzen  Gewerbe  der  10  ständige  Arbeitstagallgemein
  geworden,  und  vom  Ende  des  Bürgerkrieges  an  erhob
sich  die  Forderung  nach  einer  Verkürzung  auf  8  Stunden.  Bedeutete ­
  ja  doch  wegen  des  grossen  Wachstums  der  Städte  der
Weg  zur  und  von  der  Arbeit  für  den  Arbeiter  schon  einen
beträchtlichen  Abzug  von  seiner  Freizeit.  Ermutigt  durch  die
Erfolge  der  Arbeiter  in  England  und  Australien,  führten  dann
die  Leute  im  Baugewerbe  diesen  Kampf  auch  zum  Ziele;  ja  sie
erreichten  in  einigen  Zweigen  des  Gewerbes  eine  Arbeitszeit  von
44  Stunden  wöchentlich.
Für  die  Fabrikarbeiter  erreichten  die  Gewerkschaften  erst
im  Jahre  1874  die  gesetzliche  Einschränkung  der  lange  Zeit  hindurch ­
  üblichen  11  Arbeitsstunden  auf  10.  Dieses  Gesetz  des
Staates  Massachusetts  galt  zwar  nur  für  Frauen-  und  Kinderb ­


            
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