Full text : Organisierte Arbeit

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der  Columbia  Universität:  „Wenn  sie  fordern,  dass  ein  Mensel)
nur  einen  Tag  für  Sie  arbeiten  und  dass  dabei  die  grösstmögliche
Leistung  aus  ihm  herauskommt,  dann  müssen  sie  ihn  24  Stunden
arbeiten  lassen.  Soll  er  eine  Woche  arbeiten,  so  müsste  man  die
Zeit  auf  täglich  20  Stunden  beschränken;  auf  18  Stunden,  wenn
er  während  eines  Monats  schaffen  soll;  für  ein  Jahr  würde  es
mit  15  Stunden  gehen;  mehrere  Jahre  mit  10  Stunden.  Soll  der
Mann  aber  Zeit  seines  Lebens  möglichst  viel  leisten,  so  müssen
Sie  auf  8  Stunden  täglich  herabgehen.“
Bekannt  ist  das  beachtenswerte  Ergebnis,  dass  die  Unternehmer ­
  am  Ende  anerkennen  mussten,  dass  die  Verkürzungen,
die  ihrem  Sträuben  abgerungen  worden  sind,  zu  ihrem  Vorteil
ausgeschlagen  sind.  Da  aber  die  Behauptung  der  englischen
Fabrikanten  aus  der  Mitte  des  19.  Jahrhunderts,  eine  Verkürzung ­
  der  Arbeitszeit  müsse  sie  ruinieren,  in  den  70  er  Jahren
in  Neuengland  und  noch  heute  im  Süden  wiederholt  werden,  will
ich  später  untersuchen,  welchen  Vorteil  für  die  Unternehmer  die
Erfüllung  aller  Forderungen  der  Gewerkschaften  bedeuten  und
wie  die  Zunahme  des  Ertrages  einer  Tagesarbeit  im  wesentlichen
nur  der  Verkürzung  der  Arbeitsstunden  zuzuschreiben  ist.
Aber  auch  wo  die  Verkürzung  der  Arbeitszeit  nicht  unmittelbar ­
  eine  Steigerung  der  Produktion  bedeutet  und  deshalb
von  den  Unternehmern  nicht  unmittelbar  im  eigenen  Interesse
betrieben  wird,  sollten  wir  dem  Arbeiter  dieselbe  doch  zubilligen.
Die  von  den  Arbeitern  aus  der  Klasse  der  Unternehmer  gewählten ­
  Freunde  haben  im  Anfang  behauptet,  mehr  freie  Zeit
werde  nur  in  Trinken  und  Zerstreuung  verschwendet,  da  der
Arbeiter  nicht  wisse,  was  mit  derZeit  tun.  Aber  die  tägliche
Erfahrung  beweist  das  Gegenteil.  Wenn  ein  Mann  überarbeitet
aus  der  Fabrik  kommt,  ist  er  allerdings  nicht  imstande,  Bücher,
Kunst,  Musik,  oder  selbst  nur  die  Annehmlichkeiten  eines  gesunden ­
  Familienlebens  zu  gemessen,  und  es  ist  kein  Wunder,
wenn  er  in  Alkohol  oder  anderen  rohen  Vergnügungen  Betäubung ­
  sucht.  Alle  kompetenten  Beobachter,  Lehrer,  Geistliche
und  Soziologen  bezeugen,  dass  eine  Verkürzung  der  Arbeitszeit
das  Niveau  der  Gesamtheit  gehoben,  Trunksucht  und  Verbrechet!
gemindert  hat.  Wenn  der  Arbeiter  das  Stimmrecht  verdient,
gebühren  ihm  auch  einige  Stunden  täglicher  Erholung;  es  gibt  nicht
nur  einen  Anspruch  auf  Lohn,  sondern  auch  ein  liecht  auf  Leben.
Der  Versuch,  die  Forderungen  der  Gewerkschaften  dadurch
            
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