vom absolutem Laissez kaire hat Wagner nichts wissen
wollen (S. 46). Er hat die Ansicht ausgesprochen, daß
die volkswirtschaftliche Theorie und Praxis damals zu
sehr nur die Produktion und zu wenig die Distribution
der Güter ins Auge gefaßt habe:
„Laßt uns über Adam Smith hinaus, aber doch nicht
wieder hinter ihn zurückgehen!“
In Rußland habe es sich gezeigt, wohin ein ökonomi-
sches System führen werde, das einseitig die möglichst
gleiche Verteilung der in der Volkswirtschaft erzeugten
Güter ins Auge fassse, ohne dafür zu sorgen, daß etwas
ordentliches zu verteilen sei (S. 77).
Chen den Jahren 1873 und 1877 hat Professor Adolph
U§ Wagner im Verein für Sozialpolitik zwei Vorträge
gehalten, von denen der erste am 12. Oktober 1873 in Ei-
senach stattfand und der Reform des Aktienwesens galt.
In diesem Vortrage hat er sich für eine Einschränkung
der Aktienunternehmungen zugunsten der Unterneh-
mungen des Staates, der Provinzen, Kreise und Ge-
meinden ausgesprochen. Mit besonderem Nachdruck ist
er für den Gedanken der Staatseisenbahnen eingetre-
ten*). Wagner ist aus diesen Verhandlungen, von dem
Bankier Samter und Professor Gustav Schmoller wirk-
sam unterstützt, mit geringer Stimmenmehrheit als Sie-
ger hervorgegangen und hat damit der einige Jahre spä-
ter von dem Fürsten von Bismarck und dem Minister
Maybach durchgeführten Verstaatlichung der preußischen
Eisenbahnen die Wege geebnet. Sein frühzeitiges und
erfolgreiches eintreten für diese überaus wichtige Maß-
regel ist ein bleibendes Verdienst, das Wagner sich um
Preußen und Deutschland erworben hat.
Nicht so günstig ist der Erfolg des zweiten Vortrages
gewesen, den Adolph Wagner am 8. Oktober 1877 in Ber-
DH) Uerhandlungen des Vereins für Sozialpolitik 1873.
2 Freese. Vodenreform
1.7