Full text: L' economia italiana dal 1919 al 1929

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Die Wohnungsfrage. 
sich bei solchen traurigen Zuständen viele Mißstände ein 
stellen müssen, ist natürlich und einleuchtend. Vor allem 
leidet die Gesundheit der Familien, wenn sie gezwungen 
sind, mit zwei Stuben auszukommen, wie uns eine Sterb 
lichkeitsziffer aus Pest zeigt. Die diesbezüglichen Be 
obachtungen erstrecken sich auf die Jahre 1872—75 und 
auf 455755 Menschen. Zur näheren Beurteilung wurden 
die Wohnungen in vier Klassen unterschieden: 
1. Klasse mit höchstens 2 Bewohnern pro Zimmer. 
2. 
3. 
4. 
über 10 
5) 
Die Beobachtungen haben folgende Resultate über das 
d urchschnittliche L eb en salter geliefert (jedoch unter Aus Schluß 
der Kindersterblichkeit, d. h. aller derjenigen Verstorbenen, 
die nur ein Alter von 5 Jahren und darunter erreicht, 
haben): 1. Klasse hatte eine Lebensdauer von 47,16 Jahren, 
2. Klasse von 39,50 Jahren, 3. Klasse von 37,10 Jahren, 
4. Klasse von 32,03 Jahren. Das durchschnittliche Lebens 
alter der die Hauptbevölkerung bildenden ärmeren Klassen 
betrug 39 Jahre, das durchschnittliche Lebensalter der in 
den Kellerwohnungen Verstorbenen 37,15 Jahre. In den 
Wohnungen der Armen sind die Herde, von denen die an 
steckenden Krankheiten wie Masern, Scharlach, Typhus usw. 
ihren mörderischen Zug durch die Bevölkerung immer von 
neuem beginnen, da an eine Ausrottung der die Erkrankung 
erzeugenden Pilze unter solchen Umständen nicht gedacht 
werden kann. Die Solidarität des Menschengeschlechtes aber 
rächt auch hier jede Verletzung natürlicher und sittlicher Ge 
setze: die Reichen sind — auch wenn sie noch so hygienisch 
leben — von jenen Seucheherden stets in ihrer Gesundheit 
und ihrem Leben bedroht. Natürlich erliegen auch die 
Arbeiterfamilien den Seuchen mehr als die Wohlhabenden.. 
So starben anno 1849 in London an der Cholera
	        
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