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Transport . . 14253
Zufluchtshaus Sichar, Plötzensec 873
Magdalencum Hannover 860
Frauenheim Hildesheim 1601
Asyl und Magdalenenstift Kaiserslautern 1729
Elberfeld-Barmen, Zufluchtshaus in Elberfeld .... 1490
Cvangel. Magdalenenstift Deutsch-Lissa 1124
Sa. 21930
Seit einigen Jahren betreibt die Heilsarmee mit der ihr eigenen
fanatischen Energie das Rettungstyerk an den „verlorenen Töchtern"
des Volkes. Sie errichtete bisher 115 Rettungshäuser für gefallene
Mädchen. „Durch diese Rettungshäuser gingen bis heute 22 500
Frauen und Mädchen. Von dieser Zahl erwiesen sich nach einer
Probe von drei Jahren zirka 70 Proz. als zufriedenstellend."
In Deutfchland begann die Heilsarmee im Oktober 1897 mit der
Rettung der sich prostituierenden Mädchen und Frauen. Gegen
wärtig vollzieht sic die Erziehungsarbeit in Deutschland in fünf
Rettlingshäusern, und zwar hat sie je 1 in Berlin, Hamburg, Köln,
Königsberg und Straßburg errichtet. Ueber 550 Mädchen und
Frauen fanden in diesen Rcttungshäusern Aufnahme.
Die bekannte Schriftstellerin Adele Schreiber unterzog sich vor
einiger Zeit der an Entbehrungen und Ehrenkränkuugen so reichen
Mission, als „Weltkind" an den sozialen Aufgaben der Heilsarmee
mitzuarbeiten. Ihre großen Eindrücke von dieser Tätigkeit hat sic
in einer lebensvollen Skizze in der „Frankfurter Zeitung" nieder
gelegt, die die charakteristische Ueberschrift- trägt: „Als Weltkind bei
der Heilsarmee".
Das Rettungshcim der Heilsarmee in Berlin liegt in einem
freundlichen Garten in Friedenau. Die Leitung des Rettungsheims
wird von dem Prinzip der Heilsarmee beseelt: „Nichts durch Zwang,
alles durch freiwillige Hingabe und Liebe erreichen". Von den
„Gefallenen" dieses Rettungsheims schreibt Adele Schreiber: „Licht
los und schmutzig, wie die überfüllten Wohnungen, in denen die
armen Sumpfpflanzen heranwachsen, ist die Vorgeschichte, deren Ab
schluß sie hierher führte. „Gefallene" nennt man sie. Aber konnten
sie „fallen", da sie nie eine Höhe besaßen?" Zwanzig bis fünfund
zwanzig Mädchen befinden sich in dem Asyl, unter ihnen Mädchen
von 14, 15 Jahren, die schon die Stunde der Mutterschaft hinter sich,
haben". Ein 14jähriges Mädchen teilte mit ihrem 16jährigen Bruder
das Bett und verkehrte auf der gemeinsamen Lagerstätte mit ihm
geschlechtlich.
In dem Rettungsheim werden die Mädchen sittlich aufgerichtet
und zur Arbeit erzogen. „Es herrscht," so teilt uns A. Schreiber mit,
„kein frömmelnder, kalt richtender Ton im Hause, Arbeit und herz
liche Gemeinschaft sollen eine Zukunft aufbauen. In der Wäscherei
und Plätterei können stets Kräfte angelernt und beschäftigt werden,