Full text : Baugenossenschaften und der Berliner Spar- und Bauverein

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deren  Wohnungsbedürfnisse  die  Genossenschalt  hauptsächlich
befriedigen  sollte,  und  an  der  Gründung  hatten  sich  Vertreter
verschiedener  Gesellschaftsklassen  beteiligt.  Man  suchte
solche  Arbeiter  zur  Beteiligung  an  der  Gründung  heranzuziehen, ­
  die  einen  großen  Einfluß  in  ihren  Kreisen  besaßen  und
die  sich  eine  praktische  Geschäftserfahrung  in  der  Verwaltung
der  Krankenkassen  erworben  hatten.
Um  ein  größeres  Interesse  unter  den  Arbeitern  für  die
zu  schaffende  Organisation  zu  erwecken,  schickte  man  einige
ausgewählte  Vertreter,  wie  es  vorher  in  Göttingen  auch  geschehen ­
  war,  nach  Hannover,  um  die  Einrichtungen,  die  Geschäftsführung ­
  und  die  Bauten  des  dortigen  Spar-  und  Bauvereins ­
  zu  untersuchen.  Der  hannoversche  Spar-  und  Bauverein ­
  war  im  Jahre  1886  gegründet  worden,  und  am  Schlüsse
des  Jahres  1891  befand  er  sich  im  Besitz  von  16  Häusern  mit
138  Wohnungen,  4  LädeD  und  einem  Vereinslokal.  Die  Zahl
der  Mitglieder  war  vom  Jahre  1886  bis  1892  von  282  auf
1900  gestiegen  und  die  Einzahlungen  von  8493  M.  auf
383018  M.  oder  pro  Mitglied  im  Durchschnitt  von  30  M.  auf
202  M.  Der  Verein  hatte  durchschnittlich  im  Jahre  3  Häuser
errichtet,  die  Nachfrage  nach  seinen  Wohnungen  war  selagroß.
  So  konnte  man  von  einer  späteren  Entwicklung  noch
Größeres  erwarten.  Die  Berliner  Arbeiter  konnten  sich  daher
an  Ort  und  Stelle  von  der  Bedeutung  einer  derartigen  Organisation ­
  überzeugen,  und  auf  Grund  dieser  Überzeugung  versuchten ­
  sie,  nach  Berlin  zurückgekehrt,  unter  den  Arbeitern
Anhänger  für  die  zu  gründende  Gesellschaft  zu  gewinnen.
So  war  es  natürlich,  daß  die  ersten  Mitglieder  aus  den
Kreisen  herangezogen  wurden,  welche  den  Gründern  persönlich ­
  nahe  standen.  Man  veranstaltete  nun  öffentliche  Versammlungen ­
  in  verschiedenen  Gegenden  der  Stadt,  um  das
Interesse  für  die  Gründung  des  Vereins  in  weiteren  Kreisen
wachzurufen.  Ferner  suchte  man  unter  den  Arbeitern  der
größeren  Fabriken  einen  oder  mehrere  Vertrauensleute  zu  gewinnen, ­
  denen  die  Aufgabe  zufiel,  den  Einladungen  zu  den
Versammlungen  eine  möglichst  große  Verbreitung  zu  geben.
Auch  die  weiblichen  Angehörigen  der  Arbeiter  wurden  zu
den  Versammlungen  herangezogen,  da  diese  im  allgemeinen
ein  noch  größeres  Interesse  an  der  Verbesserung  ihrer
            
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