Full text: Baugenossenschaften und der Berliner Spar- und Bauverein

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Die Genossen ziehen es vor, Spareinlagen zu machen, 
als Einzahlungen auf ihre Geschäftsanteile zu leisten, die 
über die pflichtgemäße Summe von 30 Pfg. wöchentlich 
hinausgehen. Sie können die Spareinlagen im Notfälle zu 
rückfordern, nicht aber ihr Geschäftsguthaben. Die Spar 
einlagen bringen einen sicheren Ertrag von während die 
Geschäftsguthaben im ersten Jahre keine Dividende, im 
zweiten Jahre nur %% und in den folgenden Jahren regel 
mäßig 3 '/ 2 % Dividende gaben. 
Die Geldbeschaffung durch Belastung der einzelnen 
Grundstücke mit Hypotheken wird später, wenn von den 
einzelnen Häusern und ihren Kostenbeträgen die Rede ist, 
eingehend erörtert werden. 
Am 20. Mai 1898 wurde von dem Vorstände und dem 
Aufsichtsrat in gemeinschaftlicher Sitzung der Beschluß ge 
faßt, 250 Stück auf den Namen lautende Schuldverschreibungen 
über je 1000 M., zusammen 250 000 M. auszugeben. Diese 
Anleihe wird jährlich mit 4 % verzinst und ist bis spätestens 
den 2. Januar 1925 zu tilgen. Für Kapital und Zinsen haftet 
der Verein mit seinem ganzen Vermögen einschließlich der 
Haftsummen. Durch Ausgabe dieser Schuldverschreibungen 
sind der Genossenschaft im Jahre 1898 12 000, im Jahre 1899 
25 000, im Jahre 1900 7000, im Jahre 1901 30 000 und im 
Jahre 1902 wieder 70 000 M. zugegangen. Im Jahre 1901 
wurden 5000 M. eingelöst. Es sind also noch 6 Schuldver 
schreibungen in den Händen des Vereins. Da die erste Serie 
der Schuldverschreibungen fast vergriffen ist, plant die Ge 
nossenschaft die Ausgabe einer zweiten Serie, die sie nach 
und nach auszugeben hofft, wenn das Interesse der Ange 
hörigen der besitzenden Klasse sich dem Verein in größerem 
Umfange zuwenden sollte. 
Wenn in der jährlichen Bilanz sich ein Defizit heraus 
stellt, so muß zunächst der Reservefonds zur Deckung heran 
gezogen werden. In diesen Reservefonds fließen die Eintritts 
gelder und mindestens 10 % des jährlichen Reingewinnes, bis 
der Reservefonds den Betrag von 25 % der Haftsumme der 
Mitglieder erreicht hat. In den folgenden Rubriken ist für 
die Jahre 1892—1901 der Stand des Reservefonds und der 
Haftsummen angegeben.
	        
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