Full text : Baugenossenschaften und der Berliner Spar- und Bauverein

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nur  zuerst  die  Gleichgültigkeit  der  Arbeiterbevölkerung  zu
überwinden,  sondern  vor  allen  Dingen  wurde  auch  die  Untüchtigkeit ­
  und  Gewissenlosigkeit  der  Bäckereigehilf'en  als
schwerer  Schaden  empfunden.  Im  Laufe  des  ersten  Jahres
mußten  15  Gehilfen  entlassen  werden,  bis  die  geeigneten
tüchtigen  Kräfte  sich  einstellten.  Im  ersten  Jahr  konnte  noch
keine  Dividende  verteilt  werden,  doch  belief  sich  der  Umsatz
immerhin  auf  45  227,72  M.
Die  Genossenschaft  ist  bemüht,  den  Bäckereibetrieb  auch
in  hygienischer  Beziehung  nach  Möglichkeit  zu  vervollkommnen. ­
  Im  zweiten  Jahre  wurde  für  47  320,79  M.  Brot
verkauft,  und  die  Abrechnung  ergab  einen  Bruttogewinn  von
1649,04  M.  und  nach  Abschreibung  von  570,75  M.  auf  das
Inventar  einen  Nettogewinn  von  1078,29  M.  Nachdem  dein
Reservefonds  10  %  dieses  Gewinnes  zugeführt  worden  war,
konnte  die  Genossenschaft  eine  Dividende  von  2  %  auf  die
Geschäftsguthaben  verteilen.
Das  Geschäftsergebnis  wäre  bedeutend  günstiger  ausgefallen, ­
  wenn  die  Genossenschaft  in  der  Zeit  der  teueren
Roggenmehlpreise  dem  Beispiel  ihrer  Konkurrenten  gefolgt
wäre  und  ein  leichteres  Brot  für  den  üblichen  Preis  gebacken
hätte.  Es  konnte  von  einer  derartigen  Brotverteuerung  Abstand ­
  genommen  werden,  weil  der  Genossenschaft  nach  ihrem
Mehlabschluß  noch  billiges  Mehl  zur  Verfügung  stand.
Neben  diesen  Unternehmungen,  die  hauptsächlich  der
Hebung  der  wirtschaftlichen  Lage  der  Genossen  dienen
sollen,  sind  noch  andere  Bestrebungen  zu  beachten,  welche
sowohl  die  Bildung  wie  die  Geselligkeit  innerhalb  ihrer
einzelnen  Hausgemeinschaften  zu  veredeln  suchen.
Die  Mieter  der  einzelnen  Ansiedlungen  haben  unter  sich
eine  besondere  Hausgenossenschaft  organisiert,  einen  Vorstand
und  für  die  verschiedenen  Zwecke  besondere  Kommissionen
gewählt.  Um  von  dem  Leben  innerhalb  einer  derartigen
Hausgenossenschaft  einen  Begriff  zu  geben,  soll  im  folgenden
die  Wirksamkeit  der  in  der  Proskauer  Straße  befindlichen
geschildert  werden:
Diese  Hausgenossenschaft  besteht  seit  dem  20.  November
1892.  In  der  organisierenden  Versammlung  wurde  beschlossen, ­
  daß  monatliche  Zusammenkünfte  stattfinden  sollten.
            
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