14
XXV 1.
teurer als frisch importierte), einen Wert von rund 20 Mill. £
dar. Die Menge und der Wert des durch sie gewonnenen
Zuckers (meist brauner) betrugen fast 2 Mill. Cwt. im Preise
von 2 1 /2 — 3 Mill. Daneben produzierten sie noch in viel
geringeren Mengen Rum, Kaffee, Pfeffer und andere Kolonial
waren. Der Wert der gesamten Exporte aus den britischen
Zuckerinseln nach Grofsbritannien betrug 1787 3 a U Mill. £
(Report 1789, IV, Tab. Nr. 7). Dazu kommen noch für
127 585 Exporte nach Irland, für 190 400 nach den Ver
einigten Staaten, für 100500 nach Britisch-Nordamerika usw.,
so dafs man insgesamt von einem Export von 5—0 Mill.
sprechen konnte, den die britischen Sklaveninseln über die
ganze Welt verschickten. (So auch Brougham I, 539; Edwards
rechnet viel mehr heraus.) Auf den Kopf der britischen Be
völkerung in Westindien (Sklaven und Weifse) entfiel nach
Edwards Berechnung ein Exportwert von über 13 Ramsay
(S. 54) 1 meint, dafs in der Zeit unmittelbar vor dem Ausbruch
der nordamerikanischen Unruhen die westindische Sklaven
bevölkerung dem britischen Reiche fast 1 /e seines gesamten
Nationaleinkommens erarbeitet hätte, obwohl sie noch nicht 1 Ao
der Gesamtbevölkerung ausmachte. 1787 würde sich, wenn dies
richtig war, nicht viel an diesem Verhältnis geändert haben.
Diese starke Ausfuhr ermöglichte es den Zuckerinseln,
dem Mutterlande einen Teil seiner Fabrikate abzunehmen.
Was die britischen Pflanzer an Gegenständen des täglichen
Gebrauches, an Gerätschaften ihres Haushaltes und ihrer
Kleidung gebrauchten, kam, mit Ausnahme der Lebensmittel,
aus Grofsbritannien. Die Nachfrage darnach hing von ihrer
Zahlungsfähigkeit, und diese wieder von der Zuckerernte und
von den Preisverhältnissen auf den europäischen Zuckermärkten
ab. Nach Westindien lieferten die Manufakturen von Bir
mingham und Manchester, die Tuchmacher von Yorkshire,
Gloucestershire und Wilts, die Töpfer von Staffordshire, die
Besitzer der Blei-, Kupfer- und Eisenwerke, sowie die Farmer
und Brauer des ganzen Königreiches. Selbst raffinierter Zucker
ging aus England dorthin zurück, da den Pflanzern durch
einen hohen Exportzoll die Raffinade ihres eigenen Produktes
so gut wie verwehrt war. Alle genannten Erwerbszweige
waren mithin an dem Wohlstand der Westindier interessiert.
Die direkte Ausfuhr aus Grofsbritannien nach Britisch-West-
indicn betrug 1787 zwar nur 1038703 doch mufste dazu
noch der Export nach Afrika gerechnet werden, da doch im
letzten Grunde die Westindier die dort erhandelten Neger be
zahlten. Auch die von englischen Kaufleuten aus Irland
nach Westindien geführten Manufakturen und Lebensmittel
(= 277 218 j£), ebenso die aus Madeira und den Azoren aus-
1 In „Behandlung der Negersklaven etc.“ bei Sprengel V.