Full text : Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

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Kern;  es  ist  im  Grunde  immer  nur  der  Ausdruck  eines
unerschütterlich  gefestigten  und  an  sich  rühmlichen  nationalen ­
  Selbstbewußtseins.  Die  Freude  an  der  Größe  des
eigenen  Landes  beseelt  den  einzelnen,  macht  ihn  mitteilsam
und  entgegenkommend  dem  Fremden  gegenüber,  der  Auskunft ­
  erbittet.  Es  ist,  als  ob  ein  jeder  von  dem  Gedanken
erfüllt  wäre:  der  Fremde  soll  sehen,  wie  groß  dein  Land
ist  und  wie  stark!  Während  meiner  achtmonatlichen  Studienreise ­
  durch  die  Union  habe  ich  überall  offene  Türen
gefunden,  zum  Eintritt  einladend,  und  nirgends  bin  ich  einer
Geheimnistuerei  oder  ähnlichem  begegnet.  Auf  Schritt  und
Tritt  sah  ich  eine  ganz  ungemeine,  aber  nicht  unstete  Regsamkeit ­
  arbeitsfroher  und  zielbewußter  Männer.  „It  is  a
big  country“  —  das  ist  die  Bezeichnung  ehrfürchtiger  Bewunderung, ­
  die  der  Bürger  der  Vereinigten  Staaten  für  sein
Vaterland  gefunden  hat;  das  Große  nach  Maß,  Gewicht  und
Zahl  ist  es,  was  ihm  vor  allem  imponiert.  Aber  auch
unser  eigenes  kühlstes  Urteil  muß  den  Vereinigten  Staaten
in  ihren  Leistungen  in  vielfachem  Betracht  erstaunliche
Größe  zuerkennen.
Und  neben  den  Leistungen  stolze  Erfolge!  Und  diese
Erfolge,  so  berauschend  sie  auf  die  Erfolg-Gekrönten  wirken
müssen,  haben  die  Bewohner  der  Vereinigten  Staaten  nicht
allein  besonders  günstigen  Vorkommnissen  zu  danken  —
sie  haben  sich  in  erstaunlicher  Arbeitsfreude  und  Arbeitskraft, ­
  in  unermüdlichem  Vorwärtsstreben  und  in  einer  schier
übermenschlichen  Anspannung  von  Geist  und  Körper  zu
der  jetzigen  Höhe  allmählich,  so  zu  sagen,  organisch  durchgerungen. ­
  Es  ist  völlig  verkehrt,  bei  der  Beurteilung  des
außerordentlichen  Aufschwungs,  den  die  ökonomischen  Verhältnisse ­
  in  den  Vereinigten  Staaten  genommen  haben,  zu
glauben,  daß  hier  nur  Zufälligkeiten  ausschlaggebend  gewesen ­
  seien.  Wie  töricht  solche  Auffassung  wäre,  ergibt
            
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