Full text: Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

246 
soll. Freilich muß man in gerechter Verteilung von Licht 
und Schatten zugeben und hervorheben, daß übertreibende 
Stimmungsmacherei nicht überall im „Land der unbegrenzten 
Möglichkeiten“ verblüffend oder verwirrend wirkt oder gar 
ihre Absicht erreicht. Zudem ist nicht ein jeder Posaunen 
bläser von Beruf oder Neigung. Bei der Erörterung der 
Trusts und der Arbeiterfrage sind wir ernsten Mahnungen 
um das Wohl ihres Vaterlandes besorgter Männer zur 
Genüge begegnet, denen der phänomenale wirtschaftliche 
Aufschwung trotzdem nicht den Blick ins Weite und über das 
Ganze getrübt hat. Als beweiskräftig hierfür mag auch eine 
finanztechnische Auslassung angefügt werden, die mir im 
Beginn des Jahres 1902 von einem ersten Bankenmann 
der Union zuging. „Wir leben,“ so schrieb er mir, 
„gewiß in einer Periode blühender Entwicklung. Doch 
manches, was schweren Schaden bringen kann, wird 
leichthin übersehen. Durch den sogenannten »Inter 
essengemeinschafts-Plan« erstrebt man, wie bekannt, 
Eisenbahn - Konsolidationen, die direkt durchzuführen 
die Gesetze gegen Konsolidation von Parallelbahnen 
verhindern. Infolge dieser Methode gelangen Eisen 
bahn-Obligationen zur Ausgabe, die durch das Aktien 
kapital anderer Bahnen gesichert sind. Dies geschieht 
aber nicht in der gewöhnlichen Form, in der »Collateral 
Trust« - Obligationen in der Vergangenheit ausgegeben 
wurden, nämlich auf Unterlage des rollenden Materials 
unter dessen Wert oder durch Hinterlegung von Eisen 
bahnbonds oder selbst Aktien anderer Eisenbahnen unter 
ihrem Kostenpreis, sondern durch Hinterlegung von 
Aktien zu enormen Kursen, in vielen Fällen zu dem 
höchsten Preis, der je notiert worden ist. So sehen wir viele 
Hunderte von Millionen von Eisenbahn-Obligationen mit 
festen jährlichen Lasten an die Stelle von Aktien treten,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.