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Kohlen nach Newcastle gesandt, Kattun nach Manchester,
Messerwaren nach Sheffield, Kartoffeln nach Irland, Cham
pagner nach Frankreich, Uhren nach der Schweiz und
»Rheinweine« nach Deutschland,“ so darf das eben nicht
ernst genommen werden. Herr Vanderlip widerruft auch
teilweise diese Behauptung, indem er an einer andern
Stelle bemerkt: „Es ist buchstäblich wahr, daß wir
Baumwollstoffe in Manchester, Eisen in Lancashire und
Stahl in Sheffield verkauft haben.“ Es ist in der Tat
„buchstäblich“ wahr, aber es beweist keineswegs die
Konkurrenzfähigkeit der amerikanischen Produktion mit der
englischen in England selbst, oder gar die Überlegenheit der
amerikanischen Erzeugung, sondern die Tatsache zeigt einzig,
daß es eine Zeit gegeben hat, in der die Baumwolle-Fabri
kanten in Manchester, die Eisen-Produzenten in Lancashire
und die Stahlproduzenten in Sheffield durch die übergroßen bei
ihnen gemachten Bestellungen, die sie nicht absagen wollten,
gezwungen waren, um ihre Kunden zu befriedigen, sogar bei
der amerikanischen Konkurrenz als Käufer aufzutreten. Wenn
Herr Vanderlip ernsthaft hätte sagen wollen, daß Amerika
Kohlen nach Newcastle bringen, das heißt, in Newcastle
regelmäßig billiger seine Kohlen verkaufen könne, als
der Gestehungspreis der Kohle in Newcastle selbst ist,
so hätte er nicht an anderer Stelle seiner Schrift behaupten
dürfen, daß z. B. Italien durch seinen Mangel an Kohle zu
dauernder industrieller Inferiorität verurteilt sei; denn Italien
hätte doch die amerikanische Kohle nach der Vanderlipschen
Behauptung immer noch billiger haben können, als England
die eigene Kohle, und wäre somit in der industriellen
Konkurrenzfähigkeit, soweit sie auf der Billigkeit der
Kohle beruht, zum mindesten nicht schlechter als England
gestellt. Die schwachen und undichten Teile der wirtschaft
lichen Rüstung der Vereinigten Staaten läßt Herr Vanderlip