Object: Oekonomik der Transformationsperiode

nur um die Verhältnisse zu ändern, sondern um Euch selbst zu 
ändern.“*) 
Die alte Gesellschaft spaltet sich, sowohl in ihrer Staats-, 
wie in ihrer Produktionsgestaltung, zerfällt bis unten hinab, bis 
zu ihren letzten Tiefen. Noch niemals hat ein so gewaltiger 
Bruch stattgefunden. Aber anders könnte sich die Revolution 
des Proletariats nicht vollziehen, das aus den zerfallenen Ele 
menten, in neuem Zusammenhang, in neuen Kombinationen, nach 
neuen Prinzipien, das Fundament der neuen Gesellschaft baut. 
Und es dabei als Klassensubjekt baut, als organisierte Macht, die 
einen Plan besitzt und den höchsten Willen, diesen Plan zu ver 
wirklichen, ungeachtet aller Hindernisse. Einen entsetzlichen 
Preis zahlt die Menschheit für die Laster des kapitalistischen 
Systems. Und nur eine Klasse wie das Proletariat, die Pro 
metheus-Klasse, wird imstande sein, die unvermeidlichen Qualen 
der Transformationsperiode zu ertragen, um dann die Fackel 
der kommunistischen Gesellschaft anzuzünden. 
Eine Analyse der Transformationsepoche ist es auch, was ich 
in Grundzügen in dieser Arbeit zu geben versuche. Als zweiten 
Teil möchte ich später eine konkret-beschreibende Arbeit über 
die heutige russische Wirtschaft herausgeben. Das Bedürfnis 
nach einer solchen verallgemeinernden Arbeit ist ungeheuer 
groß. Es ist auch reichlich viel Material angehäuft; man müßte 
es untersuchen und theoretisch verarbeiten. 
Die Parole des Verfassers war: zu Ende denken, ohne vor 
irgend welchen Folgerungen zurückzuschrecken. Es fehlte leider 
an Zeit, um diese Arbeit populär darzustellen, und so mußte sie 
fast in algebraischen Formeln niedergeschrieben werden. Der 
Verfasser würde seine Arbeit als vollbracht betrachten, wenn die 
jenigen, die einen analogen Gedankengang angeschnitten haben, 
*) „Enthüllungen über den Komraunistenprozeß in Köln", Berlin 1914, 
Seite 52.
	        
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