fullscreen: Die politische Ökonomie des Rentners

Das Maß des Wertes und der Einheıitswert ) 
Auf Grund dieser Methode kommt Böhm-Bawerk zu folgen- 
dem Resultat: Da jeder es vorzieht, das geringste Bedürfnis un- 
befriedigt zu lassen, so wird das Gut nach dem geringsten Be- 
dürfnis geschätzt, das es befriedigen kann. „Die Größe des 
WerteseinesGutesbemißtsichnachder Wich- 
tigkeit desjenigen konkreten Bedürfnisses 
oder Teilbedürfnisses;; welches ‚unter. den 
durch den verfügbaren Gesamtvorrat an Gü- 
tern solcher Art gedeckten Bedürfnissen das 
mindiest wichtige 4st. Oder einfacher: „Der Wert 
eines Gutes: bestimmt sich.nach; der Größe 
seines Grenznutzens*.‘“ Das ist die berühmte Lehre 
der ganzen Schule, nach der auch diese Theorie den Namen 
„Grenznutzentheorie‘‘“®* erhalten hat; das ist das allgemeine 
Prinzip, von dem alle anderen ‚Gesetze‘‘ abgeleitet werden. 
Die angeführte Methode der Wertbestimmung setzt ein be- 
stimmtes Maß des Wertes voraus. In der Tat, die Größe des 
Wertes ist ein Resultat des Messens; das setzt aber eine bestimmte 
Maßeinheit voraus. Worin besteht nach Böhm-Bawerk die Maß- 
einheit? 
Hier stößt die Österreichische Schule auf eine sehr große 
Schwierigkeit, die sie bis jetzt noch nicht überwunden hat und 
auch nicht überwinden wird. Man muß zunächst auf die kolos- 
sale Rolle hinweisen, die die Auswahl der Werteinheit vom 
Standpunkt Böhm-Bawerks hat. „Die Tatsache ist, daß unser 
Werturteil gegenüber einer und derselben Gütergattung zur 
selben Zeit und unter denselben Verhältnissen verschieden aus- 
fallen kann, bloß je nachdem wir nur einzelne Exemplare oder 
größere Mengen derselben als geschlossene Einheit der Wert- 
schätzung unterziehen“*.‘“‘ Dabei hängt von der Wahl der Maß- 
einheit nicht nur die Größe des Wertes ab, sondern es kann 
die Frage nach dem Bestehen eines Wertes überhaupt gestellt 
werden. Wenn (nach dem Beispiel Böhm-Bawerks) ein Land- 
wirt 10 Hektoliter Wasser pro Tag braucht und er hat 20 Hekto- 
liter, so hat das Wasser für ihn keinen Wert. Wenn wir aber 
3 Jb..S. 28. u. 29. 
3 Die Bezeichnung „Grenznutzen‘“ hat zuerst Wieser in dem Werk „Ueber 
den Ursprung ... des Wertes eingeführt. Diesem Begriff entspricht bei 
Gossen der „Wert des letzten Atoms‘“, bei Jevons „Final degree of utility“‘, 
„terminal utility‘“, bei Walras „intensite du dernier besoin satisfait“ (raret@); 
vgl. Wieser: „Der natürliche Wert‘“. Wieser schlägt vor, nicht die Methode 
der Einbuße, sondern die Methode des Zuwachses zu benutzen. Ein wesent- 
licher Unterschied liegt dabei nicht vor. 
%# Böhm-Bawerk: „Grundzüge usw.“, S. 15.
	        
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