Full text: Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

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rechnen nicht damit, daß die Arbeiterbevölkerung der Ver 
einigten Staaten — deren materielle Wohlfahrt übrigens auch 
im Hinblick auf die hohen Preise der Bedarfsgegenstände 
nicht überschätzt werden darf — die Neigung und in ihrer 
Organisierung die Kraft gewinnen kann, die Grundlage des 
zwar imposanten, aber doch luftigen imperialistischen Baues 
ins Wanken zu bringen. Die in Gewerkschaften vereinigten 
Arbeiter haben sich allerdings in ihrer großen Mehrheit 
bisher geweigert, sich um politische Dinge zu kümmern 
und andere als unmittelbare Arbeiterfragen in den Kreis 
ihrer Erörterungen zu ziehen. Auch bei den jüngsten 
Kongreßwahlen sind sie dieser Richtung in der Hauptsache 
treu geblieben. Doch für die Zukunft gibt das keine Ge 
währ, nicht einmal für die nächsten Präsidentenwahlen. Die 
eifrigen Bemühungen des Präsidenten Roosevelt um Bei 
legung des Kohlenarbeiterstreiks sind Zeugnis dafür, daß 
das gegenwärtige Oberhaupt der Vereinigten Staaten, den! 
man instinktives Feingefühl für kommende populäre Ver 
schiebungen nicht absprechen kann, es für geraten hielt, 
Anlehnung an den sich bildenden Machtfaktor zu suchen. 
Es liegt ein gewisser Humor darin, daß, wie die demo 
kratischen Gegner des Präsidenten behaupten, diesem die 
Beilegung des Kohlenarbeiterstreiks nur durch die wider 
willig und nicht ohne Sträuben gewährte Hilfe Morgans 
gelungen ist, der sich erst auf dringendes Bitten entschloß, 
die Grubenherren zur Nachgiebigkeit zu bestimmen. Viel 
leicht war das Sträuben ganz aufrichtig gemeint, weil man 
auf seiten der Grubenbesitzer sich für den unbedingt 
stärkeren Teil hielt; vielleicht aber hat der kluge Morgan 
das Sträuben bloß markiert und sich innerlich gefreut, daß 
er den Retter in der Not spielen und dadurch den Präsi 
denten Roosevelt zur Abhängigkeit von ihm, dem Vertreter 
des Trustgedankens, verpflichten konnte.
	        
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