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setzen. Schwieriger liegt es bezüglich der Wiederherstellung und Er
neuerung der Bahnanlagen. Hier lassen sich unmittelbare Kriegs
schäden selten genau feststellen. Im übrigen aber werden sich diese wie
alle sonstigen Sanierungsaufwendungen wohl einigermaßen gleichmäßig
auf die Eisenbahnnetze verteilen, Verschiebungen im Ertragswert also
kaum herbeiführen.
Wie die Zukunft der Finanzwirtschaft der Eisenbahnen sich gestalten
wird, hängt in erster Reihe von unserer politischen und wirtschaftlichen
Zukunft überhaupt ab. Unsere Stellung auf dem Weltmarkt, die Ent
wicklung von Gewerbe, Landwirtschaft und Handel im Inland, Arbeits
markt und Lohnpolitik, Stand und Kaufkraft unserer Währung, kurz
alle in unserem Wirtschaftsleben gestaltend tätigen Kräfte finden in dem
Eisenbahnhaushalt, auf der Einnahme- wie auf der Ausgabeseite, ihr
getreues Spiegelbild. Ist doch die Eisenbahnwirtschaft ein
Mikrokosmus der Volkswirtschaft. Solange jene allge
meinen Kräfte und ihre Entwicklung in der Zukunft noch im Dunkel
gehüllt sind, wäre es also vermessen, etwas über die Zukunft der deutschen
Eisenbahnfinanzen voraussagen zu wollen.
Zwei Punkte aber seien hier erwähnt, die auch im günstigsten
Falle die Eisenbahnfinanzwirtschaft hindern werden, einer Erholung der
Volkswirtschaft, einer etwa wieder aufstrebenden Konjunktur zu folgen:
Das ist eine doppelte Bindung: auf der Ausgabeseite der Löhne an
politische Rücksichten, auf der Einnahmeseite der Tarifpolitik an die
geographischen Verhältnisse, unter denen die deutsche Volkswirtschaft
arbeitet:
Je demokratischer unser staatliches Leben wird, desto größer
werden die Rücksichten werden, die auf die Wünsche und Forderungen
der Angestelltenmassen der Staatsbahnen zu rechnen sind. Auf der
anderen Seite ist unsere Lage zum Weltmarkt, unsere Arbeitsteilung im
Inland und die Verteilung der Standorte unserer Gewerbe der Art, daß
sie einer Tariferhöhung gewisse Grenzen ziehen, wenn wir wettbewerbs
fähig bleiben sollen. Man darf sagen, daß in Deutschland billige
Erzeugung bei hohen E i s e n b a h n t a r i f e n nicht mög-
l i ch ist. Es kann daher zweifelhaft fein, ob über die jetzt in Kraft ge
tretenen Tariferhöhungen, die bis zu 100% gehen, wesentlich wird
hinausgegangen werden können.
Betrachten wir diese Lage der Dinge und die Schwierigkeiten der
Auseinandersetzung noch einmal rückschauend, so sind zwei Wege zur
Lösung denkbar:
Auf dem einen Wege würde man die bestehenden Verhältnisse soweit
als möglich schonen und zu einer Lösung in Gemeinschafksform gelangen,
die manche Ähnlichkeit mit der Betriebs- und Finanzgemeinschaft hätte,
die Preußen und Hessen bezüglich ihrer Eisenbahnen im Jahre 1896