Nachwort.
QSer sich in die letzten kleinen Kapitel vertieft hat, dürfte im Hin
blick auf den Untertitel etwas erstaunt fragen: Was haben denn eigentlich
die englischen ländlichen Verhältnisse für Ähnlichkeit mit den unsrigen?
Dort ein absolutes Vorherrschen des fast niemals selbst wirtschaftenden
Großgrundbesitzes und ein darauf aufgebautes Mittel- und Großpächter
system. Hier vorwiegend Besitz und Besitzerwirtschaft: Pächterwirtschaft
nur bei mittleren und größeren Gütern eine gewisse Rolle spielend.
Dort der Niedergang des Bauerntums schon seit der Revolution des
Jahres 1689, die das Parlament zur ausschlaggebenden Macht erhob
und das Ende des staatlichen Bauernschutzes bedeutete. Hier zu
unserem Glück ein Bauerntum, das unter dem Einfluß konsequenter
Schutzzollpolitik und eines blühenden Genossenschaftswesens reichlichen
Anteil genommen hat an dem Emporkonimen unserer Landwirtschaft
überhaupt.
Könnte man — wenigstens in mancher Beziehung — den mittleren
englischen Pächter nach Art oder Umfang seiner Wirtschaft mit unserem
Großbauerntum auf eine Stufe stellen, so fehlt dort immer noch
ganz jenes Kleinbauerntum, dessen Vermehrung wir uns in den
letzten Jahrzehnten vermittels der Rentengutsgesetzgebung und anderer
Maßnahmen laufend haben angedeihen lassen, wenn auch Tempo und
Umfang nicht immer den aufgewendeten Mitteln entsprachen.
Run aber zur Möglichkeit und Nützlichkeit der
Parallele. Sie liegt in der beiderseitigen Landarbeiter
schaft. In Deutschland wie in England war in alten Zeiten der
Arbeiter das unterste Glied in der solidarischen Dorfgemeinschaft. Er
nahm teil an der gemeinsamen Weide und der gemeinsamen Holz
nutzung und hatte somit seine eigene Wirtschaft, die ihm ein gut Teil
seiner Bedürfnisse zu bestreiten gestattete, so daß er nicht lediglich auf
Lohnarbeit angewiesen war. Auf welche Weise immer in beiden Ländern
dieser Zustand geschwunden ist, soll uns als Realpolitiker hier nicht inter-