fullscreen : Großhandel und Industrie optisch-photographischer Bedarfsartikel

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VI.  Die  Lage  während  des  Krieges.
Unter  denjenigen  Industriezweigen,  die  durch  den  Weltkrieg  sowohl ­
  in  ihrem  Absatz  als  auch  in  ihren  Produktionsverhältnissen  tiefgehend ­
  beinflußt  wurden,  steht  unsere  Industrie  optisch-photographischer ­
  Artikel  mit  an  erster  Stelle.  Zunächst  wurde  durch  die  Absperrung ­
  die  Ausfuhr  Deutschlands  erheblich  eingeschränkt,  weil  ja  die
Hauptabsatzgebiete  unserer  Industrie  in  feindlichen  Ländern  lagen.
Andererseits  hat  natürlich  auch  die  Einfuhr  aufgehört,  wodurch  das
Absatzgebiet  in  Deutschland  selbst,  namentlich  soweit  Vcrbrauchsartikel,
  wie  Trockenplatten  und  lichtempfindliche  Papiere  in  Frage
kommen,  eine  wesentliche  Erweiterung  erfuhr.  Für  den  Export
kommen  zurzeit  nur  noch  die  neutralen  Länder  in  Betracht  und  dadurch ­
  erhielt  die  Frage  der  Preisgestaltung  für  die  Ausfuhr  mit
Rücksicht  auf  den  Stand  der  Valuta  besondere  Bedeutung.  Andererseits ­
  hatte  die  unterbrochene  Einfuhr  nach  Deutschland  zur  Folge,
baß  man  sich  in  Bezug  auf  einige  Rohmaterialien  und  Fertigfabrikate
vom  Auslande  unabhängig  gemacht  hat.  Das  ist  z.  B.  soweit  Rohmaterial ­
  in  Frage  kommt,  in  erster  Linie  in  Bezug  auf  Trockenplattenglas ­
  der  Fall.  Auch  in  der  Filmfabrikation  hat  die  durch
den  Krieg  unterbrochene  Einfuhr  ausländischer  Erzeugnisse  Anlaß
dazu  gegeben,  daß  die  Herstellung  von  Filmen  erheblich  ausgedehnt
wurde,  so  daß  wir  auch  auf  diesem  Gebiete  die  englischen,  französischen
und  amerikanischen  Erzeugnisse  nicht  nur  jetzt,  sondern  voraussichtlich
auch  in  Zukunft  entbehren  können.
Brachte  der  Abschluß  Deutschlands  vom  Weltmarkt  durch  Wegfall ­
  der  Einfuhr  und  wesentlich  gesteigerten  Jnlandskonsum  unserer
Industrie  auch  keinen  Ausfall,  sondern  erhöhte  Betätigung,  so  hat
doch  die  Fabrikation  bei  der  Materialbeschaffung  mancherlei  Schwierigkeiten ­
  zu  überwinden.  Da  ist  zunächst  das  bei  der  Fabrikation  in
Gestalt  von  Silbernitrat  unentbehrliche  Silber.  Durch  den  großen
Bedarf  des  Heeres  an  Salpetersäure  ist  diese  knapp  geworden.  Deshalb ­
  war  man  nicht  nur  bemüht,  Ersatz  des  salpetersauren  Silbers
durch  schwefelsaures  Silber  zu  schaffen,  sondern  auch  die  Verteilung
und  Versorgung  mit  Silbernitrat  für  die  photographische  Industrie
möglichst  sicherzustellen.
Die  Knappheit  an  Salpetersäure  und  Feinsilber  hat  aber  auch
dazu  geführt,  daß  eine  ganz  erhebliche  Preissteigerung  für  Silbernitrat ­
  eintrat  und  vielfach  von  den  an  den  hohen  Preisen  interessierten
Stellen  von  Zeit  zu  Zeit  Alarmnachrichten  verbreitet  wurden,  nach
denen  Salpetersäure  für  potographische  Zwecke  nicht  mehr  freigegeben
Würde.  Da  mit  dem  salpetersauren  Silber  die  ganze  Photographie
            
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