Full text : Staatspapierkurs und Versicherungsgesellschaften

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lungen  einen  nennenswerten  Umfang  nicht  annehmen  werden ­
  und,  sofern  sie  Vorkommen,  sich  auf  die  ersten  Monate
des  Krieges  beschränken.  Auch  ist  zu  beachten,  daß  die  Prämien ­
  zu  einem  nicht  geringen  Teile  jährlich  im  Voraus  gezahlt
werden.  Bei  allen  diesen  Versicherungen  könnte,  wenn  der
Krieg  nach  der  Prämienzahlung  ausbricht,  eine  Stockung  der
weiteren  Zahlungen  nur  in  Frage  kommen,  wenn  die  Krise
sich  über  viele  Monate  erstreckte.
Damit  sind  die  Ansprüche  genannt,  denen  die  Liquidität ­
  der  Lebensversicherungsanstalten  in  Kriegs-  und  Krisenzeiten ­
  gewachsen  sein  muß.  Bei  Beantwortung  der  Frage,  ob
dies  der  Fall  ist,  muß  zunächst  darauf  aufmerksam  gemacht  werden, ­
  daß  in  normalen  Zeiten  die  Einnahmen  der  Lebensversichcrungsgesellschaften
  ihre  Ausgaben  ganz  außerordentlich
übersteigen,  so  daß  die  Gesellschaften  in  der  Lage  sind,  Jahr
für  Jahr  dem  Kapitalmärkte  erhebliche  Beträge  für  Anlagezwecke ­
  zur  Verfügung  zu  stellen.  Diese  Summen  erreichten
in  den  letzten  Jahren  etwa  240  Millionen  Mark.  Hieraus  ergibt
sich,  daß,  selbst  wenn  in  Kriegs-  und  Krisenzeiten  eine  starke
Vergrößerung  der  Ansprüche  eintritt,  die  an  die  Gesellschaften
gestellt  werden,  diese  in  der  Lage  sind,  den  erhöhten  Anforderungen ­
  allein  mit  Hilfe  ihrer  laufenden  Einnahmen  zu  entsprechen. ­
  Wenn  sie  indessen  genötigt  sein  sollten,  ihre  angelegten ­
  Mittel  heranziehen  zu  müssen,  etwa  weil  die  Prämieneinnahmen ­
  eine  außerordentliche  Verringerung  erfuhren  oder
die  Auszahlungen  in  ganz  enormer  Weise  wuchsen,  so  besitzen
sie  in  ihren  etwa  130  Millionen  Mark  erstklassiger  Wertpapiere
und  zirka  40  Millionen  Mark  Bankguthaben  weitere  liquide
Mittel  in  beträchtlichem  Umfange.  Außerdem  ist  bei  den  Lebensversicherungs-Aktiengesellschaften ­
  das  Aktienkapital  durchweg
nur  zu  einem  geringen  Teile  (etwa  20  bis  30°/o)  bar  eingezahlt.
Der  Rest  kann  jederzeit  im  Bedarfsfälle  eingezogen  werden.
Damit  stehen  den  25  großen  Lebensversicherungs-Aktiengesellschaften ­
  andere  flüssige  Mittel  in  Höhe  von  rund  125  Millionen
Mark  zur  Verfügung.  Überdies  ist  zu  beachten,  daß  die  Hypotheken ­
  keineswegs  so  illiquide  sinc(,  wie  man  vielfach  zu  glauben
scheint.  Erstklassige  Hypothekenbriefe  lassen  sich  zur  Befriedi-
            
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