Full text : Zur Entwicklung der Baumwollindustrie in Deutschland

8q

größten  Spinnereien  der  Spindelzahl  nach  sind  1901/02  die  „Leipziger
Baumwollspinnerei“  in  Leipzig-Lindenau  mit  200000  Spindeln  (nur
Mako-Spinnerei),  die  „Baumwollspinnerei  am  Stadtbach“  in  Augsburg
mit  137462  (1903:  140653)  Spindeln  und  die  „Mechanische  Baumwollspinnerei ­
  und  Weberei“  in  Augsburg  mit  126600  Spindeln.  Es
folgen  die  „Mechanische  Baumwollspinnerei  und  Weberei“  in  Bamberg,
die  „Chemnitzer  Aktienspinnerei“  in  Chemnitz  und  das  „Etablissement
Herzog“  in  Logelbach  b.  Kolmar  i/E.  An  Rentabilität  werden  diese
Unternehmungen  teilweise  durch  andere,  kleinere,  übertroffen,  z.  B.
die  „Baumwollspinnerei  Mittweida“  in  Mittweida  und  die  „Vogtländische
Baumwollspinnerei“  in  Hof.  Erwähnen  will  ich  ferner,  daß  einige
deutsche  Spinnereien  Filialen  im  Ausland,  in  Russisch-Polen,  Böhmen,
Holland,  ja  sogar  in  Schweden  unterhalten.  Bekannt  ist,  daß  die
Baumwollindus/rie  Rußlands  zu  einem  großen  Teil  in  den  Händen
von  deutschen  Unternehmern  ruht.  So  fließen  der  heimischen  Volkswirtschaft ­
  tatsächlich  noch  mehr  Kapitalien  zu,  als  man  nach  einer
oberflächlichen  Betrachtung  annehmen  sollte.
Im  Jahre  1900  bestanden  nach  dem  Handbuch  der  deutschen
Aktiengesellschaften  für  1900/1901  auf  dem  Gebiet  der  Baumwollspinnerei ­
  und  Weberei  114  Aktiengesellschaften  mit  einem  Aktienkapital ­
  inkl.  Hjrpotheken  und  Anleihen  von  247,24  Mill.  M.  44  davon
waren  Spinnereien,  die  getrennt  von  Weberei  betrieben  wurden,
9  waren  reine  Aktienwebereien,  g  Gardinenfabriken  und  9  Nähfadenfabriken, ­
  die  übrigen  Gesellschaften  vereinigten  Spinnerei  und  Weberei
in  einem  Betrieb.  Die  Durchschnittsdividende  der  reinen  Aktienspinnereien ­
  betrug  nach  G.  Gothein 1 )  im  Jahre:

1891

CS
00

1893

1894

1895

1896

1897

1898

1899

1900

1901

! >8  %

3.i  %

4.2  %

5.4  7o

8,8  %

io,"  7o

<7  <7  0  /
/>/  10

8,6  °/ 0

2,5  °U

O

1 .4  7o

Die  Durchschnittsdividende  der  Spinn  Webereien  betrug  analog:

1891

1892

1893

1894

1895

1896

1897

1898

%

4.5  7o

6> '-5.8

  %

7.2  7«

7.2  7o

7o

6.4  7o

Demgegenüber  haben  nach  einer  von  Spinnerei-Direktor  Th.  W.
Schmidt  in  Hof  herrührenden  Berechnung 1  2 )  erzielt:
1)  G.  Gothein,  M.  d.  R.,  Der  deutsche  Außenhandel.  Materialien  und  Betrachtungen. ­
  Berlin  1901,  S.  210.  Die  Zahlen  für  1899—1901  sind  ergänzt  nach  H.  Sy  bei
in  „Schriften  d.  Ver.  f.  Sozialpolitik“,  Bd.  CV.  Leipzig  1903,  S.  149.
2)  H.  Sy  bei,  a.  a.  O.  S.  149  Anmerkung.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.