Full text: Zur Entwicklung der Baumwollindustrie in Deutschland

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gebenen Stimmen (s. § 17). b) Der Vorsteht besteht aus 12 in 
Bremen wohnhaften Mitgliedern und 7 Baumwollspinnern (s. § 18). 
Von den 7 Spinnermitgliedern wählt je 1 Mitglied: 
1. der Verein süddeutscher Baumwollindustrieller; 
2. das elsässische industrielle Syndikat; 
3. der Verein sächsischer Spinnereibesitzer; 
4. der Verband rheinisch-westfälischer Baum Wollspinner; 
5. der Verband der Crimmitschauer und Werdauer Vigogne 
spinner. 
Das 6. Mitglied wird von den 5 Delegierten dieser Verbände 
und das 7. Mitglied von dem Verein der Baumwollspinner Öster 
reichs gewählt (s. § 20). Der Vorstand wählt seinerseits aus seiner 
Mitte einen Präsidenten und zwei Vizepräsidenten (s. § 22). Eben 
falls aus der Mitte des Vorstandes werden fünf Kommissionen ge 
wählt, die 1. mit der Bestellung von Schiedsrichtern, 2. mit der Prü 
fung und Neuaufstellung von Standards, 3. mit der Führung der 
Statistik, 4. mit der Feststellung des Marktwertes betraut sind. Einer 
fünften Kommission liegt die Vorbereitung von Änderungen der „Be 
dingungen“ ob (s. § 23). c) Das Baumwoll-Probenzimmer, das dem 
Vorstande unterstellt ist, ist das geschäftsführende und Exekutivorgan 
des Vereins. Von ihm werden die Muster zurechtgemacht, die Baum 
wollsorten klassiert und abgeschätzt. Zu diesem Zwecke ernennt der 
Vorstand in Gemeinschaft mit dem Direktor des Probenzimmers 
Klassierer, welche ihre ganze Arbeitskraft ausschließlich der Bremer 
Baumwollbörse zu widmen und vor Antritt ihres Amtes einen Eid 
zu leisten haben, daß sie ihre Pflichten gewissenhaft und un 
parteiisch erfüllen wollen (s. § 26). 
Für die Beamten der Bremer Baumwollbörse besteht eine Ruhe 
gehalts- und Witwen- und Waisenpensionskasse, deren Verwaltung 
und Geschäftsführung der Vorstand überwacht (s. § 29). 
Der Unterschied dieser Organisation von der des Liverpooler 
Baumwollhandels liegt zunächst einmal darin, daß die „Bremer Baum 
wollbörse“ ein Verein, die „Liverpool Cotton Association“ da 
gegen eine Aktiengesellschaft ist, hervorgegangen aus der Organi 
sation der Baumwollmakler, der „Cotton Brokers Association“ 
und der der Importeure, der „Cotton Exchange“ 1 ). Die Ver 
gebung von Aktien an andere als Mitglieder der Stammgesellschaften 
ist dort abhängig von der Wahl der Aktionäre und 3 / 4 Mehrheit der 
Stimmen des Direktoriums 2 ). In den Händen dieses Direktoriums 
1) Th. Ellison, The Cotton Trade, S. 278. 
2) Ebendaselbst.
	        
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