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jene alten. Diese brachten, wie gesagt, einen neuen Zug in die
Baumwollindustrie aller Länder. In den nächsten Kapiteln wollen
wir nun, soweit möglich, die Entwicklung der deutschen Baumwollindustrie
unter der Herrschaft der Maschine und des Fabriksystems
verfolgen.
Kapitel II.
Die Einbürgerung der Maschine.
England setzte alles daran, den Nießbrauch der Spinn- und Webemaschinen
für sich allein zu behalten, es erließ deshalb Ausfuhrverbote
für Maschinen, Maschinenteile und Zeichnungen und setzte die
strengsten Strafen auf die Übertretung. Jedoch blieb diese Maßregel
schließlich wirkungslos. Auswanderung von Fabrikanten und Arbeitern,
heimliches Kopieren der Zeichnungen, heimliche Anfertigung
von Modellen, Diebstahl, alles das brach ihr die Spitze ab. Es dauerte
nicht lange, so hatten die Maschinen überall, wo Baumwollverarbeitung
betrieben wurde, Eingang gefunden. In Deutschland wurde 1782 die
erste Spinnmaschine aufgestellt und zwar im Königreich Sachsen 1 ).
Freilich gingen noch viele Jahre ins Land, bis der handwerksmäßige
Betrieb überall durch den Fabrikbetrieb verdrängt wurde. Zu einem
großen Teil ist dieser Umschwung noch heute nicht vollendet. Zwei
Momente waren es, die den Übergang beschleunigten: die Überflutung
des Kontinents mit englischen Garnen und Geweben und
die Kontinentalsperre. Dem englischen Massenangebot gegenüber
war die alte Spinnmethode machtlos. In der Stille wurden daher
unter Aufwendung großer Kosten Spinn- und Webemaschinen angeschafft,
sie kamen meist durch französische Vermittelung von Belgien
her. 1790 gingen in Mittweida bereits 50 mechanische Webstühle,
etwas später fanden die Spinnmaschinen im Rheinlande Eingang,
und 1803 wurde im Elsaß die erste mechanische Spinnerei eingerichtet
1 2 ). 1808 wurde bereits der Jacquardstuhl eingeführt 3 ). Als
dann die Kontinentalsperre der ausgedehnten Exporttätigkeit der
englischen Fabrikanten zeitweilig einen Riegel vorschob, entstand
1) A. Oppel, a. a. O. S. 655.
2) Ebenda.
3) G. Schm oll er, Zur Geschichte der deutschen Kleingewerbe, Halle 1870, S. 496.