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gesetzt werden soll, über die zukünftigen Handelsbeziehungen
zu wichtigen Exportgebieten, wie Russland, Italien, Schweiz,
Nordamerika usw. schweigt sich die Thronrede vollständig aus,
und das ist jedenfalls ein Zeichen dafür, dass die Schwierigkeiten
für den Abschluss günstiger Handelsverträge viel grösser^
sind als man ursprünglich annahm.
Die Schwierigkeiten sind nach meiner Meinung verstärkt
worden durch die Annahme des Zolltarifs, der in allererster
Linie agrarische Interessen berücksichtigt hat.
Auch hier zeigt sich, wie verhältnismässig gering der Einfluss
der Industrie und des Handels auf den Gang der Gesetzgebung
im Reiche und in den Bundesstaaten bisher gewesen ist.
Wenn ich nun frage: warum hat die deutsche Industrie
so verhältnissmässig wenig Einfluss in den gesetzgebenden
Körperschaften, so gibt es darauf nur eine Antwort:
Uns fehlen umfassende und zweckmässige
Organisationen, uns fehlt die Zähigkeit und
Kraft zur Agitation für unsere Zwecke und Ziele,
uns fehlt diejenige Rücksichtslosigkeit, mit der
andere Erwerbskreise in den politischen und
wirtschaftlichen Kampf ein greifen. (Sehr richtig.)
Dabei rede ich nicht etwa einer einseitigen Interessenvertretung
das Wort, in dieser Beziehung stimme ich mit meinem
verehrten Vorredner, Herrn Kommerzienrat Collenbusch, völlig
überein, nämlich: »die Ziele, die wir .erstreben,
müssen sich in den Grenzen der Möglichkeit bewegen,
wir dürfen nichts verlangen, was gegen
die allgemeinen Interessen des deutschen Volk es
sich richtet, wir dürfen nur dasverlangen, was
mit den Interessen anderer Erwerbskreise in
Einklang zu bringen ist. Wir dürfen aber auch
unsere Interessen nicht hintenan stellen lassen.“
(Bravo ! Sehr richtig !)
Meine sehr geehrten Herren! Nach meiner Ueberzeugung
hat die deutsche Industrie auf diesem Gebiete zum grossen
Teile eine völlig unangebrachte Bescheidenheit geübt. Wir
müssen mit mehr Nachdruck anderen Erwerbskreisen gegenüber
unsere Stimmen für unsere Interessen erheben, wir müssen
dabei eintreten für die Förderung sozialer Aufgaben, deren
förderliche Lösung ja mit dem Wohle der deutschen Industrie
m engem Zusammenhänge steht.
Wie sehr hat es aber in unseren Kreisen an tatkräftiger
- litarbeiterschaft für solche Zwecke und Ziele gefehlt.
In vielen Industriebezirken, auch in meiner Heimatstadt,
u ir( I oft geklagt, dass im Stadtverordnetenkollegium die Industrie