Weiter meine ich, dass man trotzdem schon vorher sich
selber klar machen kann, wie eine gesunde Wahlrechtsreform
aussehen muss.
Das wollen wir uns aber vornehmen, nochmals in unserer
Vereinigung Stellung zur Wahlrechtsreform zu nehmen, sobald
diese Denkschrift erschienen ist. Sie werden wohl alle damit
einverstanden sein, dass die Reform der Ersten Kammer und
des Wahlrechtes zur Zweiten Kammer nicht auf die lange Bank
geschoben werden darf; es wird ohnedies nicht allzu schnell
damit gehen. Lassen Sie uns aber dafür sorgen, dass dieses
langsame Tempo etwas • beschleunigt wird. Sie wissen ja, meine
verehrten Herren, dass für eine Verfassungsänderung eine zweimalige
Landtagssession notwendig ist. Das lässt an sich die
Möglichkeit zu, die Sache bis zum Jahre 1905 zu verschleppen.
Es gibt aber verfassungsmässige Mittel und Wege, um eine
solche Reform schon in dieser Session zur Verabschiedung zu
bringen.
Meine hochverehrten Herren! Das ist in grossen Zügen
das, was man zur Begründung unserer Stellung der Reform
der Ersten Kammer und des Wahlrechtes zur Zweiten Kammer
gegenüber sagen kann. Ich will mich in weitere Details nicht
einlassen und gebe mich der Hoffnung hin, dass das Bild,
welches ich Ihnen von den Verhältnissen entworfen habe, klar
und anschaulich war.
Ein angesehenes Mitglied der Zweiten Kammer forderte
am Schlüsse seiner Rede bei der Etatberatung das sächsische
Volk auf, wieder sächisch denken und fühlen zu lernen. Ich
bin mit dem Apell ja ganz einverstanden, aber damit dieser
Wunsch in Erfüllung geht, muss vor allen Dingen die Staatsregierung
und müssen die Stände des Landes dafür sorgen,
dass die notwendige Zufriedenhrit in allen Kreisen unseres
sächsischen Volkes wieder einkehrt und zwar durch ein Regiment,
das gerecht ist und in steuerlicher und finanzlicher Beziehung
berechtigte Anforderungen und Wünsche befriedigt,
die Steuerkraft des Volkes schont.
Meine Herren ! Auch der Verband Sächsischer Industrieller
kann an seinem Teile dazu beitragen, auf die Schäden in
unserem Lande aufmerksam zu machen, den Weg, der zu einer
Desundung führen kann, zu zeigen und endlich diejenigen Bestrebungen
lebhaft zu unterstützen, welche Zufriedenheit in alle
kreise des Volkes erwecken werden.
In diesem Sinne hat unser Verband schon seit einigen
de ''T . wac ^ er gearbeitet und insbesondere die Aufmerksamkeit
hin el k^* 6 Uri< ^ ^ eren Angehörigen auf öffentliche Fragen