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lieh gehalten hätte. Sachsen führte 1875 wohl die erste Einkommensteuer
in Deutschland überhaupt ein.
Also, damals dachte noch niemand an eine Einkommensteuer,
geschweige denn an eine Ergänzungssteuer, die ja eine
ziemlich neue Erfindung ist. Damals beruhte fast alles auf der
Grundsteuer, und diese war viel höher, sie ist wiederholt sehr
stark herabgesetzt worden, Von 9 Pfg. vor gar nicht langer
Zeit (1879) auf 4 Pfg., und wenn es nach der Ersten Kammer
gegangen wäre, so wäre sie sogar im letzten Landtage auf
3 Pfg. ermässigt worden oder ganz weggefallen.
Früher wurde diese Grundsteuer sodann fast ausschliesslich
von der Landwirtschaft getragen. Heute ist das ganz
anders. Heute wird von der Grundsteuer schon die grosse
Hälfte von dem städtischen Grundbesitz getragen. Wenn Sie
dazu noch alles rechnen, was für Fabriken und Miethäuser auf
dem sogen, platten Lande in Dorfgemeinden an Grundsteuer
gezahlt wird, so kommt noch viel mehr für die nicht landwirtschaftliche
Grundsteuer heraus.
Aber was spielt überhaupt die Grundsteuer noch für eine
Rolle im ganzen Staatsbudget? Bei über 333 Millionen, mit
welchen unser sächsisches Budget balanciert, spielt die Grundsteuer
nur noch eine Rolle von etwas über 4 Millionen Mark.
Und darauf sollen sich diese ausserordentlich grossen Vorrechte
bauen, welche die Grundbesitzer betreffs ihrer Vertretung in
der Ersten Kammer und betreffs einer ganzen Reihe anderer
Bestimmungen haben ?
Ich möchte aber immer wieder dem Einwande entgegentreten,
als ob die Industrie irgendwie, wenn sie die Forderung
aufstellt, dass sie ebenso viele Sitze in der Ersten Kammer
haben will, wie die Landwirtschaft jetzt hat, etwas Einseitiges
verlangt. Das ist durchaus nichts Einseitiges, das ist noch
lange nicht einmal das, nicht die Hälfte dessen, was ihr nach
ihrer eigenen Leistung zukommt, und ist durchaus gerecht, auch
von allgemeinen Gesichtspunkten aus.
Wollen Sie sich einmal vergegenwärtigen: Was ist
überhaupt ganz Sachsen ohne die Industrie? (Sehr
richtig!)
Meine Herren! Bedenken Sie den geringen Flächenumfang,
die geringe Ergibigkeit des Bodens, dass einen grossen Teil
von Sachsen das landwirtschaftlicharme Erzgebirge einnimmt,
das, vielleicht mit Unrecht, als sächsisches Sibirien bezeichnet
wird, und dass der früher so glänzende Erzbergbau auch hat
ableben müssen, dass nur noch der Kohlenbergbau etwas ergibt;
nach alledem könnten wir in Sachsen gar nicht mehr bestehen,
wenn nicht fast alle Menschen hier von Industrie und Handel
e ten. Ich glaube nicht, dass ohne die Industrie sich in Sachsen
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