fullscreen: Die Nationalökonomie in Frankreich

Geschichtlicher Überblick 
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denen produziert wird und die ausgetauscht oder verbraucht 
werden sollen. 
Jedwede Aneignung setzt aber ihrerseits wieder eine vor 
hergegangene Arbeit voraus, sollte es auch nur die Arbeit der 
Okkupation sein. Alle Güter, auch die freien, unterliegen der 
Aneignung. „Wenn der Boden angeeignet wurde, sind Luft, 
Wasser und Licht, welche denselben bedecken, es ebenfalls. 
Der Souverän hat das unbestrittene Recht, den Eintritt auf das 
Territorium eines Volkes Fremden zu untersagen. Desgleichen 
der Besitzer einer Domäne bezüglich dieser“ '). 
Die Aneignung ist also eine fundamentale, notwendige 
Tatsache des Wirtschaftslebens, unabweisbar wie die ewigen 
Gesetze der Produktion und des Verbrauchs der Güter. Von 
diesen unterscheidet sie' sich jedoch dadurch, daß die Form, 
welche sie jeweils annimmt, menschlicher Willensbestimmung 
unterliegt l 2 ). „Die Regeln der Aneignung der Reichtümer 
machen immer, welche sie auch seien, eine Organisation der 
Arbeit aus, oder, in andern Worten, ein Eigentumssystem“ 3 ). Alle 
Eigentums Ordnungen, welche je bestanden haben oder über 
haupt denkbar sind, lassen sich auf zwei elementare Modi der 
Aneignung zurückführen: Aneignung durch Freiheit und An 
eignung durch Autorität. „Diese beiden Arten sind regelmäßig 
in sehr verschiedenen Proportionen miteinander verbunden und 
haben nur ganz ausnahmsweise getrennt bestanden“ 4 ). In der 
Menschheitsgeschichte begegnen wir der Bestimmung der An 
eignung durch Autorität und Herkommen in ziemlicher Reinheit 
bei der patriarchalischen Familie. Wo der Tausch beginnt und 
in dem Maße als er sich entwickelt, tritt die Freiheit an die 
Stelle der Autorität. In unsern heutigen Gesellschaften bestehen 
die beiden Aneignungsmodi nebeneinander. Ja der Vertrag, die 
Grundlage des Freiheitsregimes, ist durch die Autorität garan 
tiert. Der Verfasser untersucht nun im weitern die beiden Sy 
steme eingehend, zunächst theoretisch in Wesen und Inhalt, 
dann in ihrer historischen Entwicklung und gegenseitigen 
Durchdringung. Dabei wendet er ein besonderes Augenmerk 
l ) ibid., p. 35. 
*) ibid., p. 199. 
3 ) ibid., p. 201. 
4 ) ibid., p. 202—203.
	        
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