Full text: Gesetz betreffend Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben

Zur Durchführung des Gesetzes. 
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Gesetz an sich gerade zur Besserung der wirtschaftlichen Lage Er 
wachsener beitragen, und insofern es die Segnungen der Schul 
pflicht sichern hilft, die Volksbildung steigern. 
Die Ausführung des Gesetzes liegt zunächst in den Händen 
der Behörden. Von ihnen erwartet man Anregungen. Die 
Behörden sind mit Arbeiten überlastet; darum wird cs bei An 
regungen häufig fein Bewenden haben. Es liegt das aber nicht 
im Sinne des Gesetzgebers. Dieser sieht sich nach Hilfe um, und 
er soll sie finden. 
Das Gesetz wird nämlich ein wesentlicher Faktor werden in 
jenem großen Prozeß, den zu fördern von Eingeweihten längst ge 
wünscht wird: Die „Verschmelzung" des Gesetzes mit 
dem praktischen Leben durch Mit wirk nng der Bevölke 
rung selbst. Um diese Mitwirkung der Bevölkerung an der 
Durchführung des Kinderschutzgesetzes ist uns diescsmal weniger 
bange als bei der Durchführung des preußischen Fürsorgegesetzes; 
denn die Bestimniungcn gehen hundcrttausende von Kindern und 
Eltern an, und sie treffen sie an einer sehr empfindlichen und 
andererseits sehr empfänglichen Stelle: dem Geldbeutel. Hat der 
erwachsene Arbeiter erst einsehen gelernt, daß ihm durch das 
Gesetz Gelegenheit geboten wird, seine Einkünfte zu vermehren — 
und diese Erkenntnis bricht sich bereits Bahn —, daun wird er 
die Handhabe des Gesetzes gebrauchen, die ihm die Konkurrenz der 
Kinder beseitigen helfen kann. 
Die Gewerbeinspektoren und Polizeibehörden sind 
amtlich verpflichtet, Übertretungen der Bestimmungen zur Anzeige 
zu bringen. Die Verhältnisse werden sie fortgesetzt an ihre Pflichten 
erinnern, so daß es ausgeschlossen erscheint, von höherer Seite 
Bcachtungserinnerungen erlassen zu müssen. 
Für die Lehrer wird die Mitarbeit an der Durchführung 
des Gesetzes sittliche Pflicht. Ihre Vorarbeiten bis zum Erlaß des 
Gesetzes erfordern die Weiterarbeit um so mehr, als sie für 
die Leistungen der Kinder in der Schule in den meisten Fällen 
persönlich verantwortlich gemacht werden. Sie müssen die Konse 
quenzen ziehen, und sie werden es tun. Ich persönlich stehe auf 
den, Standpunkt, daß man ihnen auch (in Preußen) größere Rechte
	        
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