Full text: Der russisch-japanische Krieg und die japanische Volkswirtschaft

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sabrikindustrien ausgeschlossen, doch sind auch diese Anlagen fast nie 
so großartig ausgebaut, wie es in Europa der Fall ist. 
Nach der letzten Statistik vom Jahre 1902 gibt es in Japan 
7500 Fabrikanlagen und Werkstätten, von denen 4800 mit Kraft 
maschinen arbeiten und zwar 2400 Anlagen mit Dampf-, Petroleum-, 
Gas-, oder elektromotorischer Kraft. Nur diese 2400 Anlagen können 
in wirtschaftlichem Sinne als industrielle Großbetriebe aufgefaßt werden. 
Jede andere industrielle Tätigkeit ist ihrem Charakter nach nur Haus 
industrie oder reines Handwerk. 
Nachdem ich in Vorstehendem nunmehr die Eigenschaften der 
japanischen Volkswirtschaft in großen Zügen skizziert habe, liegt es mir 
jetzt ob, ein Bild der dieser Volkswirtschaft zur Verfügung stehenden 
nationalen Kräfte zu entwickeln. 
Die früheren wirtschaftlichen Zustände Japans dürften wohl 
schwerlich dem europäischen Beobachter und Kenner zu besonderer Hoch 
achtung vor unserem Lande Veranlassung gegeben haben, sie waren 
eben zu zersplittert und infolgedessen zu sehr verkleinert, um wirksam 
vor das Auge des Fremden treten zu können. Dieser Zustand ist den 
japanischen Staatsmännern nun keineswegs verschlossen und unbekannt 
geblieben, sondern man hat vielmehr in richtiger Erkenntnis seiner 
Unzeitgemäßheit schon seit Jahrzehnten daraufhingewirkt, an der Hand 
von reichlich gesammelter, eigener Erfahrung nach dem Vorbilde 
moderner Staaten eine Neuorganisation zu schaffen. Mit großer 
Energie hat man den westlichen Kulturvölkern nachzukommen sich be 
müht und die wirtschaftlichen Kräfte des eigenen Landes in sachge 
mäßer Weise zu heben. Während bisher der Japaner, seinem natio 
nalen Charakter folgend, den Gelderwerb nicht sonderlich achtete, macht 
sich neuerdings eine lebhafte Entfaltung regen geschäftlichen Lebens 
geltend. Japan hat sich im Laufe weniger Jahrzehnte von dem 
isolierten abgeschlossenen Staate zum modernen volkswirtschaftlichen 
Kulturstaat, von der feudalen Kleinstaaterei zum vollendeten Einzelstaat 
aufgeschwungen. Der bisher durch vielfache alte Einschränkungen ge 
hemmten Lebensweise des Altjapaners wurde eine völlig freie ent 
wicklungsfähige Form gegeben, und gleichzeitig unternahm inan den 
Schritt von der handwerksmäßigen Hausindustrie zur moderntechnischen 
Großindustrie mit all ihren maschinellen Hilfsmitteln, wie sie der 
moderne Verkehr und wirtschaftliche Güteraustausch mit sich bringt. 
Von der Naturalwirtschaft ging man zur Geldwirtschaft über und führte 
so dem Handel ein belebendes Moment zu. Alle diese großen Um 
wälzungsprozesse im inneren Leben des japanischen Staates haben sich 
im Verlaufe von knapp vierzig Jahren abgespielt, und heute bereits
	        
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