Full text : Der russisch-japanische Krieg und die japanische Volkswirtschaft

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zurückerhält  und  somit  seine  wirtschaftliche  und  finanzielle  Position  wohl
Schwankungen,  niemals  aber  dauernden  Schwächungen  unterliegen  wird.
Wie  es  also  mit  den  bedeutenden  Kapitalien  für  die  Kriegsführung
sich  erwiesen  hat,  daß  diese  Summen  keineswegs  alle  unproduktive  Anlage ­
  fanden  und  der  Volkswirtschaft  somit  verloren  wären,  so  ist  es
auch  gleicherweise  mit  der  Situation  ans  dem  Arbeitsmarkte  selbst.  Der
Fortzug  von  rund  einer  Million  arbeitskräftiger  Männer  bedeutet  auch
nicht  einen  gleich  großen  Ausfall  produktiver  Arbeitsleistung  und  somit ­
  eine  Abnahme  des  Volkseinkommens.  Sie  wurden  durch  andere,
in  der  Heimat  zurückbleibende  Männer,  sowie  durch  weibliche  Arbeitskräfte, ­
  ja,  zum  Teil  selbst  durch  Kinder  ersetzt;  besonders  war  die
Möglichkeit  hierzu  bei  der  Ausübung  vieler  landwirtschaftlicher  Arbeiten
gegeben,  die  keine  hohe  Kräfteanstrengnngen  erforderlich  machen.  Natürlich ­
  gab  es  vor  dem  Kriege  auch  eine  ganze  Reihe  nicht  arbeitender
Volkselemente  —  teils  arbeitslose,  teils  arbeitsscheue  —  alle  diese  sind
jetzt  zu  produktiver  Betätigung  herangezogen,  so  daß  ein  Ausfall  an
Arbeitsleistung  im  Großei:  und  Ganzen  nicht  zu  erwarten  steht.
Überträgt  man  die  Wirkungen  des  Krieges  auf  den  japanischen
Außenhandel,  so  muß  zugegeben  werden,  daß  einzelne  Handelszweige,
die  bestimmten  Waren  herstellen,  zwar  mehr  oder  minder  schwer  getroffen ­
  sein  mögen,  dafür  aber  sind  andere  Elemente  im  Außenhandel
aufgetreten,  die  nur  eine  Schwerpunktsverschiebnng  bewirkten,  während
sogar  die  Gesamtwertziffern  der  Ausfuhr  liub  der  Einfuhr  eine  Zunahme ­
  aufweisen.  Die  Statistik  gibt  hierüber  folgende  Aufklärung.  Es
betrug  in  Millionen  Jen  der  Wert  der:

1903

1901

Zunahme
absolut

Zunahme
in  °/o

Ausfuhr  .  .  .  .

289.5

319.2

29.7

10.2

Einfuhr  .  .  .  .

317.1

371.1

54.0

17.0

Insgesamt  .  .

600,6

690.4

83.7

13.8

Im  Jahre  1904  betrug  der  Einfuhrüberschuß  dem  Werte  nach
51.9  Millionen  Den,  auch  war  die  Einfuhrsteigerung  gegenüber  dem
Vorjahre  weit  beträchtlicher  als  die  Zunahme  der  gleichzeitigen  Ausfuhren. ­
  Dieser  Umstand  findet  darin  seine  Erklärung,  daß  eine  bedeutende ­
  Menge  von  Waren,  wie:  Wolle,  Eisen,  Stahl,  Schiffe  für  den
Krieg  benötigt  wurden;  andererseits  wurden  vielfach  Waren  von  den
Händlern  in  größeren  Quantitäten  als  gewöhnlich  bezogen,  da  sie  durch
diese  Vorhereinfuhr  einer  außerordentlichen  Stenererhöhung  aus  dein
Wege  gehen  konnten.  Zu  solche»  Waren  gehören  z.  B.  Zucker  und
            
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