Full text : Der russisch-japanische Krieg und die japanische Volkswirtschaft

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Postsparkassen  weisen  eine  beträchtliche  Zunahme  auf,  obwohl  die  Zinsen
im  allgenieinen  niedriger  sind  als  vor  Ausbruch  des  russisch-japanischen
Krieges.  Gestiegen  sind  die  Bankvorschüsse  und  die  dafür  zu  entrichtenden
Zinsen,  ebenso  nahni  die  Zahl  der  durch  die  Abrechnungsstellen  gegangenen ­
  Wechsel  und  Checks  erheblich  zu.  Wenn  man  alle  diese  Erscheinungen ­
  zusammenfaßt,  so  bedeutet  es  nichts  anderes  als,  daß
während  der  Kriegszeit  die  Sparsamkeit  der  Japaner  eine  größere  geworden ­
  ist,  die  produktiven  Geschäfte  sich  energisch  weiterentwickelt
haben  und  der  Kreditverkehr  einen  regen  Aufschwung  genommen
hat  —  die  Grrmdlagen  und  die  Kräfteentfaltung  zeigen  also  völlig
gesunde  Struktur.
Wenn  man  einen  Vergleich  über  die  Höhe  der  umlaufenden
Banknoten  des  Jahres  1904  mit  dem  Jahre  1903  anstellt,  so  findet
man,  daß  im  Jahre  1904  eine  allmähliche  Steigerung  im  Monat
Juni  ihren  Anfang  nahm,  um  im  Dezember  den  Höhepunkt  zu  erreichen.
Im  Monat  Juni  1904  war  der  Betrag  umlaufender  Banknoten  um
21  Millionen  Jen  höher  als  im  Juni  1903,  im  Dezember  bezifferte
sich  dieser  Unterschied  gegenüber  dem  Vorjahre  ans  53  Millionen  Jen-Hierbei
  muß  jedoch  im  Auge  behalten  werden,  daß  von  dieser  letzten
Summe  rund  26  Millionen  Jen  nach  dem  Kriegsschauplatz  überwiesen
worden  sind.  Auch  brachte  naturgemäß  der  bevorstehende  Jahreswechsel  einen
erhöhten  Geldbedarf  mit  sich  und  wirkte  somit  auf  die  Höhe  der  Notenausgabe, ­
  allerdings  nur  für  kurze  Zeit.  Von  286  Millionen  Jen
umlaufender  Banknoten  gegen  Ende  Dezeniber  1904  fiel  dieser  Betrag
aus  254  Millionen  Jen  am  10.  Januar  1905.  Man  sieht  also,  daß
diese  Anspannung  des  Jnlandsgeldmarktes  nur  eine  kurze  Zeit  dauerte
und  auch  bezüglich  ihrer  Höhe  nichts  außergewöhnliches  an  sich  hatte.
Um  die  Metallreserve  für  die  ausgegebenen  Banknoten  auf  der  notwendigen ­
  Höhe  zu  erhalten,  wurden  einerseits  Anleihen  im  Auslande
aufgenommen,  andererseits  der  Zinsfuß  um  etwas  erhöht.  Die  Wirkung,
dieser  Maßnahmen  zeigt  die  folgende  Statistik.
(Tabelle  hierzu  auf  Seite  89.)
Will  man  die  Gesamtsituation  des  japanischen  Geldmarktes  beleuchten, ­
  so  muß  die  erste  Hälfte  des  Jahres  1904  im  allgemeinen  als
schlaff  bezeichnet  werden,  die  Bankvorschüsse  waren  nur  um  ein  Geringes ­
  höher  als  in  dem  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres.  In  der
zweiten  Hälfte  des  Jahres  1904  machte  sich  jedoch  eine  kräftige  Belebung ­
  des  Marktes  bemerklich  und  die  Bankvorschüsse  in  den  bedeutenderen ­
  Städten  des  Landes  erreichten  die  Höhe  von  475  Millionen
Jen,  d.  h.  k2,4  Millionen  Jen  mehr  wie  zum  gleichen  Zeitpunkt  des
Vorjahres.  Die  Banken  in  Tokyo  notierten  damals  an  Vorschüssen
170  Millionen  Jen,  was  gegenüber  dem  Vorjahre  ein  Mehr  von
            
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