Full text : Der russisch-japanische Krieg und die japanische Volkswirtschaft

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Sicherung  der  nationalen  Existenz  Japans  als  zweite  große  Folgeerscheinung ­
  des  heutigen  Krieges  stellen.
Eine  andere  Nachwirkung  des  Krieges  ist  das  Expansionsgelüst  iin
japanischen  Handel  und  Gewerbe,  das  sich  in  einer  lebhaften  Förderung
des  japanischen  Außenhandels  kundgibt.  Trotz  der  bedeutenden  Fortschritte, ­
  die  Japans  Außenhandel  schon  zu  verzeichnen  hat,  ist  die
japanische  Geschäftswelt  dennoch  nicht  damit  zufrieden,  da  dieser  Außenhandel ­
  in  Vergleich  zu  dem  anderer  —  europäischer  —  Länder  ihnen
viel  zu  klein  erscheint.  Dabei  liegen  dem  Japaner  die  Ausdehnungsmöglichkeiten ­
  —  in  territorialem  Sinne  —  vor  der  Tür,  er  hat  also
nur  seine  Handelstätigkeit  nach  weiterblickeudeu  Gesichtspunkten  zu  regeln.
Andererseits  verhehlt  man  sich  in  den  leitenden  japanischen  Geschäftskreisen ­
  durchaus  nicht,  daß  der  bisherige  Außenhandel  unter  vielfachen
Übelständen,  wie:  unpünktliche  Lieferung,  Unzuverlässigkeit,  zu  große
Zersplitterung  zu  leiden  hat,  Momente,  die  alle  erst  allmählich  beseitigt
werden  können.  Das  Beispiel  einzelner  bestimmter  Exportindustriezweige
beweist  aber  schon,  daß  diese  Mängel,  sofern  sie  erst  einmal  erkannt
und  offen  zutage  gelegt  sind,  erfolgreich  abgelegt  werden  können.
Daß  im  allgemeinen  die  japanische  Industrie  nicht  auf  der  gleichen
Höhe  steht  wie  ihre  Landwirtschaft  und  besonders  Armee  und  Marine,
liegt  in  der  historischen  Entwicklung  des  Landes  begründet.  Unter  der
Feudalherrschaft  stieg  der  Militarismus  zu  einer  hohen  Blüte,  und  ebenso
war  die  Landwirtschaft  von  Alters  her  bereits  bekannt  und  gepflegt.
Handel  und  Industrie  jedoch  erfreuten  sich  bis  in  die  jüngsten  Jahrzehnte ­
  hinein  keiner  sonderlicheil  Beachtung;  sie  galten  als  das  Tätigkeitsfeld ­
  dllrchtriebeirer  Charaktere,  bei  denen  Betrügen  und  Betrogenwerden ­
  alltägliche  Vorkommnisse  bildeten.  Zudem  war  Japan  noch  vor
vierzig  Jahren  ein  nach  Außen  hin  völlig  abgeschlossenes  Land,  welches
auch  im  Innern  nur  schwer  zu  passieren  war  inid  nur  wenige  große
Verkehrsstraßen  für  den  Warenaustausch  besaß.  Seine  Wirtschaft  war
vorwiegend  eine  Lokalwirtschaft,  aber  noch  keine  Staats-  oder  gar  Weltwirtschaft ­
  und  seineil  Kaufleuten  fehlte  noch  damals  der  weite  Blick,
der  sich  heute  als  eine  Folgeerscheinung  des  Krieges  schon  eingestellt
hat.  Heute  will  man  Handel  und  Gewerbe  in  Japan  auf  das  gleiche
Niveau  heben,  welches  Heer  und  Marine  schon  seit  langem  einnehmen;
alte  unbrauchbare  und  nicht  entwicklungsfähige  Organe  im  Handel  sollen
abgeschafft  und  durch  neue  lebenskräftige  und  anpassungsfähige  Institutionen ­
  ersetzt  werden.  Man  will  die  Produktionsmethoden  und  die
Arten  des  Verkaufes  verbessern  lind  einen  kräftigeren  Ansbau  der  wirtschaftlichen ­
  Verbände  —  herbeiführen.  Seitens  des  Staates  sollen
Handelsattaches  ins  Ausland  gesandt  werden,  um  an  Ort  und  Stelle
den  Bedarf  oder  die  Produktionsmittel  des  Landes  zli  studieren;  ebenso
            
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