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der Produktion, um die leitenden Kreise auf Mißstände aufmerksam
zu machen;
„soziale Gesetze vorzuschlagen, die die Beziehungen zwischen
den verschiedenen Klassen im Staate verbessern;
„zu fordern, daß die beschlossenen Gesetze ohne Unterschied
von allen befolgt werden" usw.
Das Rundschreiben des Komitees der Setzer ist die erste
wirkliche Kundgebung für die Einrichtung von Arbeitskammern
in Italien; deshalb haben wir ihm so viele Zitate entnommen.
Es schloß mit der Aufforderung an alle Arbeitervereine in Mailand,
zwei Vertreter zu einer Sitzung am 6. Dezember 1889 abzuordnen.
Diese Sitzung wurde ungewöhnlich stark besucht. Ihr
hatten 73 Vereine „toto corde“ beigepflichtet und zu ihr Abgeordnete
entsandt und vor allem wurde der Beschluß über die
Art der „Propaganda für die Arbeitskammer" und über die
„Prüfung eines praktischen Vorschlags" einstimmig gefaßt. Die
nötigen Schritte, um den Gedanken so schnell wie möglich zu verwirklichen,
wurden einer Kommission von 15 Mitgliedern übertragen,
die sich sofort mit Begeisterung ans Werk machte.
Wir werden die Kundgebungen der beteiligten Gesellschaften
in den kommenden Monaten nicht Schritt für Schritt verfolgen.
Vier Monate nach der erwähnten Sitzung — am 2. März 1890 —
begab sich eine Vertretung der Prüfungs- und Propagandakommission
aufs Rathaus, um zu fordern, daß die Gemeinde die
entstehende Institution unterstützen solle, und fand dort Ermutigung,
die sie bestimmte, auf ihrem Vorhaben zu beharren.
Am 30. März sowie am 20. und 27. April arbeiteten daun die
Vertreter aller Arbeitervereinigungen von Mailand das Statut
der künftigen „Camera del Lavoro“ aus. Dieser Name ist
neu und besser italienisch als der aus Frankreich eingeführte
„Born di Lavoro“.
Wir halten es für nützlich, hier die hauptsächlichsten Bestimmungen
des Statuts der Arbeitskammern in Mailand einzuschalten,
da es als Vorbild für die Abfassung der Statuten der anderen
Arbeitskammern diente, wenn es nicht direkt abgeschrieben wurde: