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der Mailänder Arbeiterbevölkerung, die bereits damals an der
Spitze der italienischen stand, herrschten. Das sozialistische Evangelium,
das in jenen Jahren erst von wenigen Aposteln gepredigt
wurde, war damals noch nicht unter den Massen verbreitet, die,
wenn sie nicht gleichgültig gegen soziale und politische Fragen
waren, der demokratischen Partei folgten. Daher kommt der milde
Ton des zitierten Journals, obwohl damals der „Tipografo“ das
streitbarste Organ für die Berufsinteressen der Arbeiter war.
Aber auch sein Ruf sollte einige Zeit ohne Antwort bleiben.
Da dienten ein Besuch, den im Herbst jenes Jahres 1889 eine
Schar Mailänder Arbeiter bei Gelegenheit der großen internationalen
Weltausstellung der „Bourse du Travail“ in Paris machte,
und ferner vor allem die allgemeinen Wahlen der Verwaltungsbehörden,
die infolge einer Erweiterung des Wahlrechts vorgenommen
wurden, dazu, unter anderem auch wirksame Verhandlungen
einzuleiten, eine Arbeitsbörse oder Kammer zu schaffen.
Das Zentralkomitee der „Ässociazione degli operai tipografi“
nimmt die Verpflichtung auf sich, die Agitation wach zu halten.
Das rechtfertigt die Zeitschrift „La Tipografla Milanese“ in
folgenden Sätzen:
„Der Augenblick, um in Italien und besonders in Mailand die Einrichtung
einer Arbeitsbörse zu versuchen, konnte nicht günstiger gewählt sein.
Die Erweiterung des Stimmrechts zu den Verwaltungswahlen hat die Pforten
der Gemeinderäte und Provinzialtage dem Arbeiterelement geöffnet, das am
direktesten an der Frage interessiert ist. Es kommt daher unseren Vertretern
zu, in den betreffenden Versammlungen die wichtige Frage zu erheben. Bon
Mailand, das die Stadt der großen Initiativen genannt wurde, muß das
Losungswort sür diese neuere Eroberung des Proletariats ausgehen, und wir
hoffen, daß mit der Beharrlichkeit und der Kraft, die die Folge der Einigkeit
sind, der endliche Sieg uns bleiben wird."
Am 2. Dezember 1889 richtet das Komitee der Setzer an
die Mailänder Arbeitervereine und an alle italienischen Zweigvereine
des Setzerverbandes ein Rundschreiben, worin der Zweck
der neuen Einrichtung, die nach Italien verpflanzt werden soll,
auseinandergesetzt wird. Das Rundschreiben, das als Aufschrift
das Motto trägt: „Die Besserung der Lage des Arbeiterstandes