Full text: Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

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Die Sorge für den Absatz ihrer Produkte ist für die Spargel 
züchter keine schwere. Der größte Teil des Rohspargels wird von 
den Konservenfabrikanten verbraucht, die meist schon im Winter, wie 
noch ausführlich folgen wird, mit den Rohproduzenten Lieferungen 
abschließen. Der zum Versand gelangende frische Spargel wird, so 
weit er nicht in der Stadt Braunschweig direkt an die Konsumenten 
abgegeben wird, an Großhändler geliefert, die ihn dann ihrerseits an 
Kleinhändler, Delikatessengeschäfte, Hoteliers usw. vertreiben. Die 
größten Abnehmer des Braunschweiger frischen Spargels sind die 
großen Städte, soweit sie wie Berlin, Leipzig, Hamburg, innerhalb 
einer gewissen Entfernungsgrenze Hegen, so daß der frische Spargel 
bei Eilgutversendung unverdorben am Lieferungsort ankommt. In 
dessen wird auch an weiter entfernte Orte Spargel versandt, zum Teil 
sogar über die See, z. B. nach Kopenhagen. Doch leidet der Spargel, 
der dann mehrere Tage unterwegs ist, allerdings durch den Versand. 
Bereits im Jahre 1868 hat sich, zur Erleichterung des Absatzes, ein 
Teil der Spargelzüchter der Braunschweiger Umgegend, auf Veran 
lassung von Th. Bültemann, zu einer Aktienspargelbaugesellschaft zu 
sammengeschlossen, durch die der Absatz und Versand von Roh 
spargel einheitlich betrieben wurde. Diese Gesellschaft verarbeitete 
bis zum Jahre 1874 ihre Produkte selbst zu Konserven, während sie 
in den späteren Jahren meist an die Braunschweiger Konserven 
fabriken lieferte. Durch die genannte Gesellschaft werden jährlich die 
Erträge von 600 Morgen Spargel im Werte von 240000 M. verkauft. 
Wie bereits erwähnt, wurden schon seit den sechziger Jahren 
auch Erbsen und Bohnen von den Braunschweiger Fabriken kon 
serviert. Wie seinerzeit der Spargel, so wurden auch diese Gemüse 
damals nur in verhältnismäßig geringen Mengen gezogen und die 
Konservenfabrikanten mußten, bei der steigenden Nachfrage nach 
Konservenerbsen und -Bohnen, die Bauern der Umgegend fortgesetzt 
zum Anbau dieser Gemüse veranlassen. Allmählich jedoch gewöhnte 
sich die ländliche Bevölkerung daran, diese Gemüse in größerem 
Maßstabe zu ziehen, zumal damit früher ein Bruttoertrag von ca. 400 
bis 600 M. pro Morgen (40—60 Zentner Bohnen, 25—30 Zentner 
Erbsen) erzielt werden konnte. Später nahm jedoch der Erbsenbau 
infolge der fortgesetzten Erweiterung des Spargelanbaues wieder ab; 
er ging nach der oben erwähnten Statistik der Bodenbenutzung in 
den fünfzehn Jahren von 1878—1893 sogar um die Hälfte zurück, 
eine Tatsache, die jedoch zum Teil auch auf den erheblichen Rück 
gang der Schafzucht, bei der Erbsen zu Futterzwecken reichliche 
Verwendung finden, zurückzuführen sein dürfte. Immerhin decken
	        
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