Full text : Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

Dosengemüseindustrie,  nicht  existieren,  da  sich  die  Anlagen  nur  im
großen  rentieren  und  die  maschinellen  Einrichtungen  ein  bedeutend
größeres  Anlagekapital  erheischen.
Während  die  Dosengemüsefabriken  bereits  Anfang  Mai  mit  dem
Verarbeiten  von  Spargel  beginnen,  eröffnen  die  Präservenfabriken
ihre  Kampagne  erst  zur  Zeit  der  ersten  Bohnenernte  ungefähr  Anfang ­
  August.  Von  Mitte  August  ab  werden  dann  noch  Grünkohl
Blumenkohl,  Spinat,  Rosenkohl,  Zwiebeln,  Porree  und  Sellerie  gedörrt. ­
  Anfang  Oktober  beginnt  man  mit  dem  Verarbeiten  der  Kohlund
  Rübenarten,  wie  Weißkohl,  Wirsing,  Rotkohl,  Mohrrüben,  Kohlrüben, ­
  die  bis  Anfang  Januar  die  Fabriken  angestrengt  beschäftigen.
Nur  wenige  Betriebe  verarbeiten  noch  über  Januar  hinaus  Kartoffeln.
Die  meisten  Fabriken  stellen  mit  Ende  des  Jahres  ihren  Fabrikationshetrieb
  ein,  da  die  Ernte  verarbeitet  ist  oder  ein  Herbeischaffen  von
Gemüse,  vielleicht  aus  Gemüsegruben,  Kellereien  usw.  wegen  des
Frostes  mit  Schwierigkeiten  und  Verlusten  verknüpft  ist.
Einige  Fabriken  verarbeiten  während  der  Wintermonate  große
Vorräte  von  Kartoffeln  zu  Dörrprodukten.  Diese  Dörrkartoffeln,  die
in  Scheiben,  Streifen  und  als  Kartoffelgries  in  den  Handel  gebracht
werden,  erfreuen  sich  bei  der  Handels-  und  Kriegsmarine  großer
Beliebtheit,  so  daß  man  dort  selten  noch  die  Verwendung  von  Rohkartoffeln ­
  vorfindet.  Hier  haben  wir  eines  der  offensichtlichsten  Beispiele ­
  für  den  großen  Vorteil  des  leichten  Transportes  und  des
kleinen  Volumens  des  Dörrproduktes  den  Rohgemüsen  gegenüber.
Die  beifolgende  Tabelle  zeigt  eine  Übersicht  über  die  verarbeiteten ­
  Rohprodukte,  die  Arbeiter-  und  Lohn  Verhältnisse  sämtlicher
2 9  Präservenfabriken  im  Deutschen  Reiche.
(S.  Tabelle  S.  42.)
Gegenüber  den  Dosengemüsefabriken  bemerken  wir  hier  eine
im  Verhältnis  zu  dem  verarbeiteten  Gemüse  bedeutend  geringere
Arbeiterinnenzahl.  Bei  der  Dörrgemüsefabrikation  ist  eben  alles  auf
Massenherstellung  gerichtet.  Hier  fällt  fast  jede  Handarbeit  weg.
Nur  das  Bohnenabfädeln  wird  durch  Heimarbeiterinnen  in  Akkord
noch  mit  Handarbeit  bewerkstelligt,  während  das  Schälen  von  Kartoffeln ­
  und  Möhren,  das  Waschen  und  Schneiden  der  Gemüse  von
geeigneten  Maschinen  besorgt  wird.  Ähnlich  wie  in  den  Zuckerfabriken ­
  wird  auch  hier  der  Transport  der  Gemüse  innerhalb  der
Fabrik  von  einer  Arbeitsstätte  zur  andern  zum  Teil  bereits  von  Elevatoren ­
  und  Transportbändern  besorgt,  so  daß  auch  hierzu  keine
Menschenkräfte  verwendet  werden.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.