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zelnen Fabriken bestimmte Mengen Rohgemüse zuwiegen, und schälen,
schneiden oder bearbeiten dasselbe in der eigenen Wohnung, oft unter
Beihilfe ihrer Familienmitglieder, um es dann so schnell als möglich
wieder abzuliefern. Andere Fabriken dagegen beschäftigen überhaupt
keine Heimarbeiter und zwar, wie sie behaupten, aus hygienischen
Gründen. Auch das Spargelschälen, Bohnenabfädeln u. dergl. lassen
sie in Fabrikräumen besorgen. Wenngleich dieses Verfahren dem
Laien vielleicht richtiger erscheint, so ist es doch für Arbeitgeber
wie Arbeiter weniger bequem, denn oft ist beim Arbeitgeber nicht
der genügende Raum vorhanden, um auch noch diese Akkordarbeiten
dort zu beschäftigen. Gerade aber für diese meist weiblichen Ar
beiter ist es ein ganz besonderer Vorteil, wenn sie sich zu Hause
neben der Wirtschaft, ohne die Kinder und den Mann zu vernach
lässigen, eine lohnende Nebenbeschäftigung verschaffen können. Auch
die älteren Kinder können die Mutter ohne Anstrengung bei dieser
leichten Arbeit unterstützen und den Familienverdienst vergrößern.
Man hat zwar vorgeschlagen, diese Heimarbeit in der Konserven
industrie aus hygienischen Gründen zu verbieten. Die hier geäußerten
Befürchtungen aber erscheinen uns als übertrieben. Wenn man be
hauptet, daß es unappetitlich sei, Gemüse in den Wohnungen der
Arbeiter bearbeiten zu lassen, so ist doch zu berücksichtigen, daß
diese Nahrungsmittel in den Fabriken genügend gereinigt werden 1 ).
Die Braunschweiger Konservenfabrikanten haben neuerdings
Bewachungsbeamte angestellt, die der Handelskammer unterstehen
und die Behausungen der Heimarbeiter regelmäßig auf Sauberkeit
und Hygiene zu kontrollieren haben. Diese Angestellten haben
namentlich ihr Augenmerk darauf zu richten, daß die Gemüse nicht
in Kranken- oder Schlafzimmern bearbeitet oder aufbewahrt werden
und sich nicht Tiere in den Arbeitsräumen aufhalten.
Die Ursachen, warum einzelne Fabriken keine Heimarbeiterinnen
beschäftigen, sind teilweise rein örtlicher Natur. So z. B. bei denjenigen
Konservenfabriken, die von Städten isoliert auf dem Lande liegen.
Bei diesen ist es ausgeschlossen, Heimarbeiter zu erhalten und zu
beschäftigen. Daher dürften für diese Betriebe nicht die hygienischen
Gründe, sondern die Unmöglichkeit, Heimarbeiter zu beschäftigen,
maßgebend sein.
Die Akkordlohnsätze für Heimarbeiter betragen im Durch
schnitt für
l) Außerdem werden doch auch in der Landwirtschaft zum Teil auch von Arbeitern
landwirtschaftliche Produkte wie Milch, Butter in ihrer Behausung hergestellt. Die Zigarren
industrie kommt ebenfalls ohne Heimarbeit nicht aus.