Full text : Magdeburger Großkaufleute

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Lokomobilenkonstruktion  gezeigt  und  er  damit  zufrieden  war,  versprach  er  mir,  meine  Lokomobilen
seinem  Vater  zu  empfehlen.  Sie  können  sich  denken,  wie  groß  meine  Freude  war,  als  die  Bestellung ­
  kam,  und  nun  ging  es  ans  Fabrizieren.  Nun,  da  der  Anfang  gemacht  war,  ging  es  flott
weiter,  namentlich  da  der  jetzige  Äerr  Amtsrat  Dr.Bennecke  mich  empfahl;  aber  die  polnischen
Llnruhen,  der  Schleswig-Äolsteinische  und  vor  allem  der  Österreichische  Krieg  kamen  dazwischen,
und  es  ßng  an  zu  stocken.  Zu  jener  Zeit  hatte  ich  mit  Widerwärtigkeiten  aller  Art  zu  kämpfen,
es  war  zum  Verzweifeln,  ich  ließ  mich  aber  nicht  unterkriegen,  und  darauf  bin  ich  heute  noch
stolz!  —  Ich  könnte  Ihnen  nun  weiter  erzählen,  wie  es  mir  und  der  Fabrik  bis  zur  Beendigung
des  französischen,Krieges  ergangen  ist,  aber  dies  würde  zu  viel  Zeit  fortnehmen,  und  baittt  haben
Sie  ja  Jubilare  unter  sich,  die  es  Ihnen  berichten  können;  aber  nach  jenem  Kriege  und  der
Einigung  Deutschlands  entwickelte  sich  zu  meiner  Freude  und  mit  Ihrer  Äilfe,  meine  lieben
Mitarbeiter,  die  Fabrik,  und  ist  sie  nun  herangewachsen  so  zwar,  daß  man  in  der  ganzen  Welt
R.  Wolf'sche  Lokomobilen  mit  ausziehbaren  Röhrenkefseln  kennt.  Lind  daß  dies  geschehen  ist,
das  führe  ich  zurück  aus  den  Spruch,  den  unsere  Fahne,  desgleichen  auch  jene  Säule,  die
vorher  mir  geschenkt  worden  ist,  und  ebenso  die  Gedenkmedaille  trägt:
„Vereinter  Kraft  gar  oft  gelingt.
Was  einer  nicht  zu  Stande  bringt!"
Lim  meinen  Dank  zu  besiegeln  für  die  Entwickelung  der  Fabrik,  teile  ich  Ihnen  mit,  daß  ich
50000  Mark  zu  Wohlfahrtseinrichtungen  der  Fabrik  gestiftet  habe,  außerdem  erhebe  ich  mein
Glas  und  rufe:  Es  leben  alle  meine  lieben  Mitarbeiter,  Loch,  Loch,  Loch!"
QßctTtCtf  C»  Wie  wir  schon  oben  andeuteten,  erfuhren  wir  noch  in  letzter
Stunde,daß  Äerr  Gustav  Wernecke,  Erster  Vorstand  —und  wohl  auch  der  eigentliche  Besitzer—
der  Aktien-Brauerei  Neustadt-Magdeburg,  der  Handelskammer  den  Betrag  von  15000  Mk.
zur  Verfügung  stellt,  deren  Zinsen  alljährlich  nach  seinen  noch  zu  erlassenden  Statuten  ausgeteilt ­
  werden  sollen.  Es  war  uns  leider  nicht  inehr  möglich,  sein  Bild  —  ebensowenig  wie  das
von  Herrn  Paul  Hennige  jun.  —  hier  wiederzugeben.  —
Bezüglich  der  Stiftungen  der  Handelskammer  aber,  die  in  10  Jahren  von  70000  Mk.  aus
300000  Mk.  gewachsen  sind,  rufen  wir  ein  kräftiges:  vivant  sequentea!—
            
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