Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Untersuchung von Kalksteinen, Mergel bezw. Kalkdtingemitteln. 
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und drückt den Kautschukstopfen fest in den Hals der Flasche, ohne diese mit der 
Hand zu erwärmen. Jetzt schließt man den Glashahn und läßt etwa 20 ccm Wasser 
durch Öffnen des Quetsohhahnes ahfließen, weil sonst beim Beginn durch die heftige 
Kohlensäureentwickelung das Wasser aus dem Eohre links herausgeschleudert werden 
würde. Hierdurch wird das Niveau im Eohre rechts etwas sinken, sich jedoch bei einem 
Punkte ganz gleichbleibend einstellen. Sollte dies nicht der Fall sein, so ist der Apparat 
an irgend einer Stelle undicht und muß erst für Dichtung gesorgt werden. Schließt der 
Apparat dicht, so ergreift man mit der linken Hand den Quetschhahn, mit der rechten 
die Entwiokelungsflasche am Halse (um Erwärmung zu vermeiden), neigt die Flasche 
bis zum Umfallen des Tiegels und setzt sie darauf in eine kreisförmig schüttelnde Be 
wegung. Während der Kohlensäureentwickelung läßt man durch Öffnen des Quetsohhahnes 
immer so viel Wasser abfließen, als das Niveau im Eohre rechts sinkt. Man schüttelt, 
bis das Niveau im Eohre rechts gleich bleibt, läßt dann den Apparat 10 Minuten ruhig 
stehen, schüttelt nochmals, stellt das Wasser in den Eöhren auf gleiches Niveau ein und 
liest die Anzahl der entwickelten Kubikzentimeter Kohlensäure ab. Unter Berücksichtigung 
der Temperatur und des Barometerstandes berechnet man das Gewicht der Kohlensäure 
oder des ihr entsprechenden Calciumkarbonats nach den von Finkener berechneten Tabellen, 
in welchen das Gewicht eines Kubikzentimeters Kohlensäure in tausendstel Milligrammen 
angegeben ist (vergl. Tabelle No. la und Ib am Schluß). In diese Zahl ist zugleich der 
Fehler eingerechnet, der dadurch entsteht, daß das Gas feucht gemessen und eine gewisse 
Menge Kohlensäure von der Salzsäure des Entwickelungsgetäßes absorbiert wird. 
Für die volumetrische Bestimmung der Kohlensäure sind eine Eeihe ähnlicher, auf 
demselben Grundsatz beruhender Apparate angegeben, von denen noch besonders der von 
Q. Lunge und L. Marchlewski 1 ) erwähnt sein möge. 
3. Bestimmung der organischen Stoffe. 
a) Annähernd erhält man die Menge derselben indirekt durch anhaltendes 
Glühen, indem man von dem Gesamt-Glühverluste die gefundene Wasser- und 
Kohlensäuremenge abzieht. 
b) Direkt, wenn humose Stoffe vorhanden sind, wie bei Boden S. 13 u. f. 
4. Bestimmung der Schwefelverbindungen wie bei Boden S. 39. 
5. Bestimmung des Eisenoxyduls wie bei Boden S. 41. 
6. Vollständige Untersuchung. 
a) Salzsäure-Auszug: 10 g werden mit Salzsäure zur Trockne verdampft, 
mit salzsäurehaltigem Wasser aufgenommen und auf 500 ccm gebracht. In je 25 ccm 
werden bestimmt; 
a) Eisenoxyd und Tonerde nach Oxydation mit chlorsaurem Kalium durch 
Fällen mit Ammoniak bis zu eben eintretender alkalischer Reaktion und schnelles 
Filtrieren. Sollen beide Teile getrennt bestimmt werden, so behandelt man in der 
selben Weise 100 com, löst den Niederschlag vom Filter in verdünnter Schwefel 
säure, reduziert mit Zink usw. (S. 19) im Kolben mit Bunsenschem Ventil und 
titriert mit Chamäleon wie bei Boden S. 24, ß2. Bei größeren vorhandenen Mengen 
Eisenoxyd und Tonerde fällt man wie bei Boden S. 24, ß 1 mit essigsaurem Natrium. 
ß) Kalk und Magnesia werden im Filtrat der Ammoniakfällung durch Zusatz 
von Ammoniumoxalat bezw. Natriumphosphat wie üblich bestimmt. 
y) Phosphor säure. Die Mergel und Kalksteine enthalten nur in ganz seltenen 
Fällen nennenswerte Mengen Phosphorsäure. Soll diese bestimmt werden, so nimmt 
man 200 ccm des Filtrats und mehr, macht dieses erst ammoniakalisch, dann salpeter 
sauer und fällt die Phosphorsäure mit molybdänsaurem Ammon, vergl. unter 
„Düngemittel' 1 . 
d) Schwefelsäure und Alkalien wie bei Boden S. 29 u. f. 
') Zeitsohr. f. angew. Chemie 1891, 229.
	        
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