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Künstliche Düngemittel.
Ofen mit Eisenplatte, unter welcher ein Sohlangenhrenner angebracht ist. Auf die Eisenplatte
wird das Tragegestell von Nickel für 5 Tiegel aufgesetzt und kann dieses nach dem
Ausglühen des Niederschlages direkt unter einen großen Exsikkator gesetzt werden.
3. Zitronensäurelösliche Phosphorsäure. Dieses Verfahren kommt zwar vorwiegend
nur für das Thomasphosphatmehl in Anwendung, mag hier aber unter den
allgemeinen Untersuchungsverfahren besprochen werden, weil es auch für sonstige
Phosphate (Boden usw.) anwendbar ist.
Man verwendet für diesen Zweck eine 2°/ 0 -ige Zitronensäure (vergl. Lösung
No. 13 a) und bewirkt die Lösung im Rotierapparat (vergl. unter Thomasmehl).
Die so erhaltene Lösung, die nach dem Schütteln sofort oder innerhalb der
nächsten Stunde filtriert werden muß, kann, um den störenden Einfluß von
etwas vorhandener gelöster Kieselsäure z. B. bei Thoraasphosphatmehl zu beseitigen,
nach verschiedenen Verfahren auf ihren Gehalt an Phosphorsäure untersucht werden:
a) Nach den Vereinbarungen des Verbandes Landw. Versuchs-Stationen
i. D. R.; „Bei der Bestimmung der zitronensäurelöslichen
Phosphorsäure in Thomasmehlen ist nach dem von 0. Kellner (Chem.-Ztg.
1902, 26. 1151) angegebenen Verfahren 1 ) zu prüfen, ob ein Thomasmehl
vorliegt, das, nach dem Verbandsverfahren — Verfahren Böttcher
---untersucht, ein unrichtiges und zwar zu hohes Untersuchungsergebnis
erwarten läßt. Fällt die Kellnersche Reaktion positiv aus, so ist vor
Ausfüllung der Phosphorsäure die Kieselsäure abzuscheiden und dies
im Untersuchungsbericht mitzuteilen.
Die Kieselsäure ist wie folgt abzuscheiden;
100 ccm des zitronensauren Auszuges werden unter Zusatz von
7,5 ccm Salzsäure vom spezifischen Gewicht 1,12 oder 5 ccm rauchender
Salzsäure auf dem Wasserbade zu einem nicht mehr nach Salzsäure
riechenden Sirup eingedampft; der Abdampfrückstand wird noch heiß
mit 1,5—2,0 ccm Salzsäure vom spezifischen Gewicht 1,12 gründlich verrührt
und mit so viel Wasser gelöst, als zum Auffüllen zu 100 ccm erforderlich
ist; in 50 ccm des Filtrats wird die Phosphorsäure nach dem
direkten Verfahren bestimmt.“
b) Durch direkte Fällung mit Eisen-Magnesia-Mixtur. Nach
P. Wagner 2 ) werden 50 ccm des Filtrats (0,5 g Phosphat entsprechend) in ein Becherglas
abpipettiert, dieses unter den Rührapparat (S. 152) gebracht und letzterer
in schnelle Bewegung gesetzt (etwa 250—300 Umdrehungen in der Minute). Ist
dieses geschehen, so fügt man 50 ccm Eisen-Zitrat-Magnesiamixtur (Lösung 12d)
zu und rührt unter Kühlhaltung des Becherglases (14—18°) 30 Minuten lang aus.
Der entstandene Niederschlag wird dann sogleich oder innerhalb der nächsten
2 Stunden im Gooch- oder Neubauer-Tiegel gesammelt, mit 2°/ 0 -igem Ammoniak
ausgewaschen und in bekannter Weise weiter behandelt.
') Vorprüfung nach 0. Kellner: 50 ccm des zitronensauren Auszuges werden
mit 60 ccm ammoniakalisoher Zitratlösung ungefähr eine Minute lang gekocht und dann
5—10 Minuten beiseite gestellt. Ist ein die Böttchersche direkte Fällung störender
Gehalt an löslicher Kieselsäure vorhanden, so scheidet sich aus der Lösung ein in Salzsäure
nicht vollständig auflösbarer Niederschlag aus. Als ammoniakalische Zitratlösung ist die
in den Landw. Versuchs-Stationen 1893, 42, 105 angegebene zu verwenden: 1100 g Zitronensäure,
4000 g 24 °/o-iges Ammoniak mit Wasser zu 10 1 aufgefüllt. (Landw. Versuchs-Stationen
1904, 60, 220.)
2 ) P. Wagner, Die Bestimmung der zitronensäurelöslichen Phosphorsäure. Berlin
1903, 104 u. ff.