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Futtermittel.
142,4 — 7,4 = 135,0 mg, und diese mit 0,9 multipliziert, liefert erst den der Glukose ent
sprechenden Stärkewert.
J. Kjeldahl 1 ) macht darauf aufmerksam, daß auf die Ausfällung des Kupfer
oxyduls der Zutritt der Luft in höherem Maße während des Kochens als während des
Filtrierens von Einfluß ist, indem um so weniger Kupfer ausfällt, d. h. also um so mehr
oxydiert wird, mit je mehr Luft die Flüssigkeit während des Kochens in Berührung kommt.
Kjeldahl schlägt daher vor, das Kochen der Kupfer- und Zuckerlösung in einem Erlen-
meyer-Kolben im Wasserstoffstrome vorzunehmen. Als Kochdauer hat er 20 Minuten an
gewendet, und weil die so erhaltenen Ergebnisse nicht mit den nach vorstehenden Verfahren
ermittelten Ergebnissen übereiustimmen, so hat Kjeldahl neue Tabellen entworfen (vergl.
Tabelle IX am Schluß).
2. Bestimmung der Saccharose. Zur Bestimmung mittels Fehlingscher
Lösung wird die Saccharose durch Inversion mittels Salzsäure oder Invertase
(siehe unter „Darstellung der Lösungen“ 21 h) in Invertzucker übergeführt.
a) Bei Anwendung des gewichtsanalytischen Verfahrens ist darauf zu
achten, daß die Invertzuckerlösung in 50 ccm nicht über 0,246 g Invertzucker ent
sprechend 0,233 g Saccharose enthalten darf. Man verfährt daher am besten folgender
maßen: 100 com der (nicht über) 1 °/ 0 -igen Saccharoselösung erwärmt man in einem
250 ccm-Kolben 1 / 2 Stunde im kochenden Wasserbade mit 30 ccm 1 / 10 Normal-
Salzsäure, setzt nach dem Abkühlen ebensoviel ccm 1 / 10 Normalkalilauge hinzu und
füllt auf 250 ccm mit Wasser auf. Von dieser Lösung 2 ) verwendet man 50 ccm
(= 0,21 g Invertzucker bei 1 °/ 0 -iger Saccharoselösung) zur gewichtsanalytischen
Bestimmung des Invertzuckers nach E. Meißl. Man zieht von der erhaltenen
Kupfermenge die zuerst für die direkt reduzierenden Zuokerarten gefundene Kupfer
menge ab, sucht die' dem als Rest verbleibenden Kupfer entsprechende Menge Invert
zucker nach der Tabelle No. V a bezw. V b am Schluß auf und erhält durch
Multiplikation der gefundenen Menge Invertzucker mit 0,95 die Menge der vorhandenen
Saccharose. Oder man bestimmt nach der Tabelle die gesamte Invertzuckermenge,
zieht davon die vor der Inversion gefundene Invertzuckermenge ab und rechnet die
Differenz durch Multiplikation mit 0,95 auf Saccharose um. Letzteres Verfahren
ist das richtigere.
b) Bei Anwendung des maßanalytischen Verfahrens nach Fr. Soxhlet
erhitzt man nicht über 9,5 g Saccharose in 700 ccm Wasser mit 100 ccm 1 / 5 Normal
säure 1 / 2 Stunde im siedenden Wasserbade. Darauf wird rasch abgekühlt, mit
titrierter Natronlauge genau neutralisiert und auf 1000 ccm aufgefüllt. Man hat
dann eine weniger als 1 %-ige Invertzuckerlösung und verfährt nach S. 227.
c) Bestimmung der Dextrine. Die Dextrine werden durch Hydrolyse mit Salz
säure in Glukose übergeführt und diese wird entweder maßanalytisch nach Fr.
Soxhlet oder gewichtsanalytisch nach Meißl-Allihn bestimmt.
Bei der Herstellung der Glukoselösung aus den zu bestimmenden Dextrinen
löst man diese in etwa 200 ccm Wasser und erwärmt drei Proben Lösung mit
20 ccm Salzsäure (von 1,125 spezifischem Gewicht) 1, 2 und 3 Stunden lang, im
kochenden Wasserbade am Rückflußkühler. Darauf wird jedesmal rasch abgekühlt,
mit Natronlauge neutralisiert oder wenigstens bis zu nur schwach saurer Reaktion
versetzt und so weit verdünnt, daß die Lösung höchstens 1 °/ 0 Glukose enthält.
J ) Nach Meddelelser fra Carlsberg Laboratoriet 4, 1, in Zeitschr. f. anal. Chemie
1896, 35, 344.
2 ) Wenn die Lösung einen flockigen Niederschlag enthält, ist sie durch ein trocknes
Filter vorher zu filtrieren.