Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Bestimmung  der  Rohfaser.

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Dazu  aber  kommt,  daß  die  nach  allen  diesen  Verfahren  erhaltenen  Rohfasern
hezw.  Zellulosen,  wie  Tollens  und  Düring 1 )  sowie  auch  Verfasser  gefunden  haben,
noch  mehr  oder  weniger  Pentosane  einschließen,  so  daß  diese,  wenn  sie,  wie  zu
wünschen  ist,  für  sich  bestimmt  werden,  z.  T.  doppelt  zum  Ausdruck  gelangen,  nämhc
einmal  für  sich  allein  in  der  Gesamtmenge  und  dann  zum  Teil  noch  in  dem  als
Rohfaser  bestimmten  Anteil.
2.  Verfahren  zur  Bestimmung  einer  tunlichst  pentosanfreien  Rohfaser, ­
  der  Zellulose  und  des  Lignins.  Aus  vorstehendem  Grunde  ist  der
Verfasser  bemüht  gewesen,  ein  Verfahren  ausfindig  zu  machen,  welc  es
einerseits  eine  tunlichst  pentosanfreie  Rohfaser  liefert,  andererseits
aber  auch  ermöglicht,  den  Anteil  an  Zellulose  und  Lignin  in  ihr  zu  bestimmen. ­
 2 )  Dieses  Ziel  glaubt  Verfasser  nach
bisherigen  Erfahrungen  durch  folgende  V  erfahren
gefunden  zu  haben;
a)  Verfahren  zur  Bestimmung  einer
tunlichst  pentosanfreien  Rohfaser.  3  g
lufttrockne  hezw.  5—14  °/ 0  Wasser  enthaltende
Substanz  werden  in  einem  Kolben  oder  in  einer
Porzellanschale  mit  200  ccm  Glyzerin  von
1)28  spez.  Gewicht,  welches  2  °/ 0  konzentrierte
Schwefelsäure  enthält,  versetzt,  durch  häufiges
Schütteln  hezw.  Rühren  mit  einem  Glasstabe
gut  verteilt  und  entweder  am  Rückflußkühler
b fi  133—135°  eine  Stunde  gekocht  oder  in
e inem  Autoklaven  hei  137  0  (=  3  Atmosphären)
uiue  Stunde  lang  gedämpft.  Darauf  läßt  man
erkalten,  verdünnt  den  Inhalt  des  Kolbens  oder
er  Schale  auf  ungefähr  400—500  ccm,  kocht
nochmals  auf  und  filtriert  heiß  durch  ein
Asbestfilter  entweder  im  Goochschen  Tiegel
0( ler  auf  einer  durchlöcherten  Porzellanplatte
vermittels  der  Säugpumpe.  Den  Rückstand
auf  dem  Filter  wäscht  man  mit  ungefähr  400  ccm  siedendheißem  Wasser,  darauf
w ie  bei  dem  ersten  Verfahren  zunächst  mit  erwärmtem  Spiritus  und  »ittzt
mit  einem  erwärmten  Gemisch  von  Alkohol  und  Äther  aus,  bis  das  liltra
vollkommen  farblos  ahläuft.  Darauf  wird  der  Goochsche  Tiegel  mit  dem  Rückstände ­
  direkt  bei  105  110°,  oder  wenn  ein  solcher  nicht  benutzt  ist,  das  Asbestfilter
mit  dem  Rückstände,  nachdem  es  quantitativ  in  eine  Platinschale  gebracht  ist,  hei
105  Ho«  bis  Zllr  Q-ewichtsheständigkeit  getrocknet  und  gewogen,  weiter  Uber
roier  Flamme  vollständig  verascht  und  zurückgewogen.  Der  Unterschied  zwischen
leiden  Wägungen  gibt  die  Menge  aschenfreier  „Rohfaser“  an.
Hierzu  sei  noch  bemerkt:
.  1-  Zum  Kochen  kann  man  sich  einer  Vorrichtung,  wie  sie  in  Pig.  41S.  248  veranschaulicht
tn  b ® dien( m;  durch  die  eine  Durchbohrung  des  Korkes  im  Glaskolben  führt  ein  Glasrohr
m  Ruckflußkühler,  durch  die  andere  ein  Thermometer,  um  die  Temperatur  zu  kontrollieren.
2.  U m  i m  Autoklaven  gleichzeitig  4  Bestimmungen  ansetzen  zu  können,  bedienen
uns  des  Einsatzes  in  Fig.  42.  Die  Behandlung  der  Substanz  im  Dampltopt
2  dourn -  R  Landwirtschaft  1897,  45,  79.  „  1RQ
)  Zeitschr.  f.  Untersuchung  d.  Nahrungs-  u.  Genußmittel  1898,  1,  1  u.  .  ,  >

Fig.  42.
Einsatz  für  die  Erhitzung  der  Substanz
mit  Glyzerin-Schwefelsäure  im  Dampftopf
zur  Bestimmung  der  Rohfaser.
            
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