Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Futtermittel.

VIII.  Bestimmung  des  Sandes  in  den  Futtermitteln.

Bezüglich  des  Sandgehaltes  der  Futtermittel  hat  der  Verband  landw.  Versuchs-Stationen
  i.  D.  B.  folgendes  vereinbart:
Die  qualitative  Prüfung  aller  Futtermittel  auf  Sand  bezw.  mineralische ­
  Beimengungen  ist  obligatorisch  zu  machen,  und  es  ist,  sobald
die  Vorprüfung  die  Anwesenheit  von  mehr  als  normalen  Mengen  ergibt,
die  quantitative  Bestimmung  auszuführen.
Der  Sand  in  den  Futtermitteln  kann,  besonders  wenn  er  grobkörnig  ist,  das
Gebiß  beschädigen,  unter  Umständen  in  den  Falten  des  Labmagens  sich  festsetzen
und  schwere  Verdauungsstörungen  hervorrufen. 1 )
Zur  schnellen  Bestimmung  des  Sandes  sind  verschiedene  Vorschläge 2  3 )  gemacht.
a)  Chloroformprobe.  6  oder  10  g  des  Futtermittels  werden  in  einem  Reagenzglase ­
  mit  Chloroform  geschüttelt,  kurze  Zeit  stehen  gelassen,  die  ausgeschiedenen  mineralischen ­
  Beimengungen  gesammelt  und  gewogen.
b)  Verfahren  von  A.  Stutzer.  10  g  des  Futtermittels ­
  werden  in  einem  Becherglase  mit  Alkohol  durchfeuchtet, ­
  darauf  mit  300—400  ccm  1  %-iger  Salzsäure  übergossen ­
  und  gekocht.  Beim  Umrtihren  setzt  sich  Sand,
Erde  usw.  auf  dem  Boden  des  Becherglases  ab;  der  Sand  wird
von  der  überstehenden  Masse  durch  Dekantation  gereinigt,
auf  einem  Filter  gesammelt,  verascht  und  gewogen.
c)  Verfahren  von  A,  Emmerling. 8 )  Als  schwere
Flüssigkeit  dient  eine  vollkommen  gesättigte  Lösung  von
Zinksulfat  von  etwa  1,43  spezifischem  Gewicht  —  1  kg
kristallisiertes  Salz  auf  725  g  Wasser  —.  Die  Vorprüfung
führt  man  im  Reagenzröhrchen  aus,  das  man  zur  Hälfte  mit
der  Zinksulfatlösung  füllt,  über  welche  man  vorsichtig  Wasser
schichtet.  Man  schüttet  dann  etwa  einen  Teelöffel  des  Futtermittels ­
  auf  das  Wasser  und  rührt  lebhaft  mit  einem  Draht,
ohne  die  untere  Lösung  viel  aufzurühren.  Man  erkennt  alsdann, ­
  ob  stark  liohtbrechende  Sandkörner  nach  unten  sinken,
und  unterscheidet  3  Fälle:  Sand  =  0,  Sand  vorhanden,  aber
augenscheinlich  unbedeutend,  Sand  in  solcher  Menge  vorhanden, ­
  daß  die  gewichtsanalytische  Bestimmuug  erforderlich
wird.  Bei  einzelnen  Futtermitteln,  wie  Erdnußmehlen,  läßt  sich  ein  sicheres  Urteil  nur
durch  die  Gewichtsanalyse  erlangen,  da  die  an  den  organischen  Teilen  haftenden  staubartigen
Sandkörnohen  beim  Rühren  nicht  vollständig  niederfallen.
Um  den  Sand  nach  demselben  Grundsatz  nicht  allein  auszurühren,  sondern  auch  in
Substanz  zu  gewinnen,  kann  man  sich  eines  E.  Spaethschen  Scheidetriohters  in  Form
eines  Sektglases  mit  Hahn  bedienen  (vergl.  Fig.  44).  Nachdem  sich  der  Sand  in  der
Höhlung  des  Hahnes  angesammelt  hat,  schließt  man  den  Hahn,  reinigt  das  Glas  und  kann
dann  die  angesammelten  Körnchen  zum  Zweck  der  Wägung  und  näheren  Prüfung  leicht
gewinnen.  Dieses  Verfahren  kann  in  manchen  Fällen  als  Ausweg  dienen,  wo  das  gewichtsanalytisohe
  Verfahren  infolge  reichlichen  Vorhandenseins  stark  verkieselter  Spelzen
Schwierigkeiten  bietet.
Da  diese  Verfahren  aber,  wie  Ä.  Emmerling  für  sein  Verfahren  selbst  hervorhebt, ­
 4 )  nur  annähernd  richtige  Ergebnisse  liefern,  im  letzten  Falle  auch  die  ständige

*)  F.  Barnstein  teilt  (Landw.  Versuchs-Stationen  1902,  56,  417)  sogar  einen  Fall
mit,  wo  der  Magen  eines  Ochsen  nach  Verzehrung  von  einem  Gerstenschrot,  das  2,6  %
hellen  Sand  enthielt,  so  viel  Sand  aufgenommen  hatte,  daß  das  Eingehen  des  Ochsen  nach
Ansicht  des  Tierarztes  hierauf  zurückgeführt  werden  mußte.

a )  Landw,  Versuchs-Stationen  1893,  43,  357.

3 )  Nach  einer  PrivaLMitteihmg.

4 )  Landw.  Versuchs-Stationen  1896,  47,  221.
            
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