Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Fleischfuttermehl,  Fischfuttermehl,  Kadavermehl.

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als  Gruppen  von  lose  zusammenhängenden  Fasern,  oder  es  bleiben  undurchsichtige,
dickere  Stückchen,  welche  aber  bei  schwachem  Druck  so  gelockert  werden,  daß
dieselben  ein  Bild  liefern,  wie  es  A  in  Pig.  149  zur  Anschauung  bringt.
Noch  deutlicher  erscheinen  diese  Fasern,  wenn  man  das  zu  prüfende  Mehl
nur  mit  Salz-  oder  Salpetersäure  behandelt.  Es  erscheinen  alsdann  die  einzelnen
Fasern  durch  feine  Querstreifung  schraffiert,  wie  es  B  in  Pig.  149  darstellt.
Stärkemehl  und  sonstige  Pflanzenteile  dürfen  in  einem  Fleischfuttermehl
selbstverständlich  nicht  vorhanden  sein.
b)  Fischfuttermehl,  Fischmehl  oder  Fischguano.  Von  diesen  Erzeugnissen ­
  unterscheidet  man  zwei  Sorten,  eine  fettreiche  und  eine  fettarme  Sorte.  Erstere

wird  nach  dem  älteren  Verfahren  in  der  Weise  gewonnen,  daß  man  alle  unbrauchbaren ­
  Abfälle,  welche  sich  bei  der  Verarbeitung  der  Fische  für  menschliche  oder
technische  Gebrauchszwecke  ergeben,  z.  B.  die  bei  der  Stockfisch-Bereitung  abfallenden
Köpfe  und  Rückgrate  der  Dorschfische,  die  Abfälle  von  der  Tranbereitung,  sowie
ferner  kleinere  unverkäufliche  Fische  (Stichlinge,  Heringe  usw.)  dämpft,  trocknet
und  mahlt.  Auch  werden  die  für  den  Verkauf  unverwendbaren  Fische  nach  einem
der  Kadavermehl-Herstellung  ähnlichen  Verfahren  (vergl.  c)  verarbeitet  und  wird
auf  diese  Weise  ebenfalls  ein  fettreiches  Fischmehl  erhalten.  Die  Fischmehle  werden
aber  sehr  leicht  ranzig  und  sind  für  die  Fütterung  nicht  oder  weniger  geeignet.
Aus  dem  Grunde  werden  jetzt  die  Fische  und  Fischabfälle  durch  hydraulische
Pressen  zunächst  größtenteils  von  öl  und  Wasser  befreit,  darauf  in  offenen  Kesseln
behufs  weiterer  Abscheidung  des  Fettes  gekocht,  die  rückständige  Masse  in  geschlossenen ­
  Kesseln  behufs  Ausziehung  von  Leim  gespannten  Wasserdämpfen  ausgesetzt, ­
  die  gedämpfte  Masse  weiter  in  hydraulischen  Pressen  oder  in  Zentrifugen
entwässert,  auf  Darren  getrocknet,  gemahlen  und  gesiebt.  Oder  die  unbrauchbaren
Fische  und  Fischabfälle  werden  zerquetscht,  getrocknet,  nach  dem  Trocknen  mit
Penzin  entfettet,  nach  dem  Entfetten  nochmals  getrocknet  und  dann  gepulvert.
Das  entfettete  Fischfuttermehl  wird  von  den  Tieren  lieber  aufgenommen,  als  das
fettreiche  Fischmehl,  weil  letzteres  durchweg  einen  schlechten,  tranähnlichen  Geruch
besitzt.  Bezüglich  der  Art  und  Menge  der  Fütterung  gilt  dasselbe  wie  bei  Fleisch-,'ittermehl.
  Zur  Beseitigung  des  üblen  Geruches  wird  den  Fischmehl-Preßkuchen,

besondi

folgende:

ers  den  Heringskuchen,  Kleie  zugesetzt. 1 )  Die  mittlere  Zusammensetzung  ist

Wasser

Protein

Fett

Asche

°/„

»/„

°/„

°/

.  .  11,33

58,45

11,65

18,57

.  .  10.55

63,96

2,00

23,50

.  .  7,50

38,50

13,50

8.25

Men
7,5-47,0-


  des  Fischmehles;
Fischmehl  I  fettreich  ■  ■  ■  •
w  .  \  fettarm
Heringskuchen  mit  Kleienzusatz.  ,  .
Die  Heringskuchen  enthalten  neben  vorstehenden  Bestandteilen  je  nach  der
e  der  beigemengten  Kleie  20,0-45,0  »/„  stickstofffreie  Extraktstoffe  und
11,0  °/ 0  Rohfaser  Der  Gehalt  der  Fischfuttermehle  an  Protein  schwankt  von
-66,0  o/ Q)  der  an  Fett  von  1,25—19,0  °/ 0 ,  an  Asche  von  5,4-38,0  °/o-  Das
■FLchfuttermehl  enthält  ferner  mehr  Leim  als  das  Fleischfuttermehl.
c)  Kadavermehl  (Tierkörpermehl,  auch  deutsches  Fleischfuttermehl  genannt).
Während  früher  nicht  verwertbare,  mit  Infektionskrankheiten  behaftete  Tiere  oder
veri
  jetzt  entweder  durch  Behandeln  mit  Schwefelsäure
lösen  zwecks  Gewinnung  von  Fett  und  Dünger)  oder  durch  Dämpfen  unschädlich
Und  gleichzeitig  nutzbar  zu  machen.  Ganze  oder  zerschnittene  Tiere  bezw.  iierwerden
  in  Trommeln  mehrere  Stunden  gespannten  Wasserdämpfen  von

yy  c/i  IU(M  Cj  iiliu  uuiiaivi  «liixva.i.wxuw.u.  UOJLJ.CU.büLC  J.XOJC  U
brannt°  ° ares  Fl eisc b  und  Fleischabfälle  entweder  vergraben  (verscharrt)  oder  v
(Auflr-  Wu ™ en >  su °ht  man  dieselben  jetzt  entweder  durch  Behandeln  mit  Schwefelsäi

obfälle

)  Derartige  Gemische

gespannten
müssen  selbstverständlich  als  solche  bezeichnet  werden.
            
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