Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Futtermittel.

3—5  Atmosphären,  also  Temperaturen  von  130—140°  ausgesetzt;  hierbei  scheidet
sich  das  Fett  ab,  welches  für  sich  gesammelt  wird;  ferner  wird  eine  leimhaltige
Flüssigkeit  erhalten,  die  auf  Leim  verarbeitet  wird,  während  der  gedämpfte  Rückstand ­
  nach  dem  Trocknen  leicht  gepulvert  werden  kann  und  das  Kadavermehl  abgibt. ­
  Die  Zusammensetzung  desselben  ist  nach  mehreren  Untersuchungen  folgende:
Wasser  Protein  Fett  Asche
Mittel  Schwank.  Mittel  Schwank.  Mittel  Schwank.  Mittel  Schwank.
6,60%  (3,5-11,4%)  52,15%  (40,0-65,0%)  16,60%  (8,0-22,0%)  24,65%  (15,4-33,6%).
Dem  Kadavermehl  haftet  durchweg  ein  so  scharfer  Geruch  an,  daß  es  von
Pferden,  Kühen  und  Schafen  nicht  aufgenommen  wird.  Schweine  sind  dafür  weniger
empfindlich  und  verzehren  dasselbe  anscheinend  bis  zu  1  kg  für  ein  ausgewachsenes
Tier  ohne  Nachteil.  Indes  ist  mit  Rücksicht  auf  die  Herkunft  des  Kadavermehles  größte
Vorsicht  am  Platze;  es  darf  selbstverständlich  nur  solches  Kadavermehl  zugelassen
bezw.  angewendet  werden,  in  welchem  alle  Infektionskeime  vollständig  abgetötet  sind.
IV.  Unkrautsamen  und  Verfälschungsmittel.
Gewisse  Unkrautsämereien  sind  stete  Begleiter  der  Getreideabfälle  und  derjenigen ­
  Rückstände  der  Ölbereitung,  welche  aus  so  kleinen  Samen  gewonnen  werden,
daß  die  Unkrautsamen  nur  mit  großer  Mühe  daraus  zu  entfernen  sind.  Die  Anzahl
der  auf  diese  Weise  in  den  Futtermitteln  vorkommenden  Unkrautsamen  ist  außerordentlich ­
  groß.  Dieselben  lassen  sich  kaum  erschöpfend  behandeln.  Bis  jetzt  sind
nur  die  aln  häufigsten  vorkommenden  Unkrautsamen  mikroskopisch  näher  untersucht
und  diese  mögen  hier  kurz  beschrieben  werden.
Vnkrautsameii  von  Gräser  arten.
Die  Unkrautsamen  aus  der  Familie  der  Gräser  sind  ebenso  wie  die  Kulturgrasarten, ­
  die  Getreidearten,  vorwiegend  durch  den  anatomischen  Bau  der  Spelzen
unterschieden  und  eignet  sich  zur  Unterscheidung  vorwiegend  die  äußere  Oberhaut
der  Deck-  und  Vorspelzen.  Die  Spelzen  einiger  der  wichtigsten  Gras-Unkrautsamen
sind  von  J.  Formäneck 1 )  mit  folgendem  Ergebnis  untersucht:

a

Fig.  150.  Lolch  (Lolium  temulentum).  Spelzen.  Nach  J.  Form  aneck.  A  Deckspelze,  B  Yorspelze,
a  Breite  der  dickwandigen  Zellen,  c  Einbuchtungen,  k  Kurzzellen,  m  Zwillingskurzzellen,
d  Entfernung  der  Einbuchtungen.  (Vergr.  1:150).
*)  Zeitschr.  f.  Untersuchung  d.  Nahrungs-  und  Genußmittel  1899,  2,  833.
            
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