Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

382

Futtermittel.

der  Reisspelze  S.  313  ähnlich;  die  dickwandigen  Zellen  der  letzteren  sind  aber
verhältnismässig  noch  größer  und  breiter  (vergl.  die  folgende  Übersicht).

Übersicht  über  die  Größenverhältnisse  der  Zellen  der  vorstehenden
Spelzen.

Spelze  der  Samen
von

Breite  der
dickwandigen ­


Breite
der  Binbuch- ­


  Eutiiing
  der
Eintungen ­
  (d)

Auf  1000  ß
Länge
kommen
Kurzzellen ­


Spaltöffnungen ­


Haare

Zellen  (a)

tungen(o)

PC  rP
Po  £
H-1  «1-1  P
P

in  den  Oberhautzellen

Lolium  temulentum  L.

40-66  ß

12—20  ß

16  ß

12—17

vorhanden

kurz,

Bromus  secalinus  L.  .

32—44  ß

14—16  ß

3—12  ß

8—12

desgl.

konisch,
dickwandig.

Avena  fatua  L.  .  .  .

40-60  ß

17—26  ß

5—8  ß

—

desgl.

kurz,

(Avena  sativa  L.,  vergl.
oben  S.  310)  .  .  .

30-40  ß

14—16  ß

CO
1

konisch.

Tritioum  repens  L.

22—24  fi

7—8  u

8  ß

—

desgl.

—

(Hordeum,  vergl.  S.  306)

23—28  ß

10-12  ß

3—4  ß

—

—

—

Setaria  viridis  R.  Br.  .

64—72  ß

24—28  ß

16—20  ß

’

—

—

Panicum  crus  galli  L.

56—96  ß

24—44  ß

8  ß

—

—

—

Desgl.  einzelne  Zellen

88—128  ß

40—66  ß

8—16  u

—

—

—

(Eeisspelze,  vergl,  Seite
313)

185—270  ß

80—110  ß

25—50  ß

—

—

—

Unkrautsamen  von  Cruciferen.
Außer  den  Vertretern  der  Ölsamen,  die  zu  der  Gruppe  der  Brassica  Napus
und  Brassica  Rapa  gehören  und  die  nach  dem  Entfetten  nur  die  Bezeichnung  Raps-  oder
Rühkuchen  (S.  335)  führen  sollen,  kommen  noch  eine  Reihe  anderer  Cruciferensamen
vor,  die  teils  für  sich  allein  oder  auch  im  Gemisch  mit  obigen  zwei  Samen-Varietäten
gepreßt  werden  oder  sich  als  Unkrautsamen  in  den  echten  Raps-  oder  Rühkuchen
finden.  Hierzu  gehören  u.  a.:
a)  Ostindische  Rapssaat  (Brassica  campestris  L.  var.  Sarson  Train,  Indian
Colza,  auch  Brassica  glauca  oder  Sinapis  glauca  Roxb.  genannt,  Fig.  156).  Die
indischen  Rapskuchen  enthalten  nach  J.  Hansen  und  H.  Hecker 1 )  nicht  mehr
Senföl  (0,7  °/ 0  im  Samen)  oder  von  anderer  Wirkung  als  die  Rapskuchen  aus
europäischer  Saat;  auch  haben  sie  nach  ihnen  denselben  Futterwert  als  diese;
nichtsdestoweniger  sollen  sie  nach  der  S.  335  angegebenen  Begriffserklärung
als  indische  Rapskuchen  bezeichnet  werden.
Als  besonderes  Kennzeichen  für  die  Unterscheidung  des  ostindischen  Rapses
von  anderen  Brassica-Ärten  gibt  C.  Böhmer  an,  daß  die  meist  undeutlich  rundlichen ­
  Palissaden  stark  lichtbrechend  sind;  eine  Maschenzeichnung  ist  nur  selten
und  dann  noch  schwach  vorhanden.  Die  glatte  Epidermis  und  das  äußere  Parenchym ­
  lassen  keine  Teilung  erkennen. 2 )  Die  Farbe  ist  gelbweiß.
*)  Laudw.  Jahrbücher  1903,  32,  371.
2 )  Weiter  kommen  im  indischen  Rapskuchen  vor:  Brassica  juncea  Hook  f.  et  Thoms,
Brassica  dichotoma  Prain  (brauner  indischer  Raps)  und  Brassica  ramosa  (punktierter  indischer
Raps).  Hierüber  vergl.  C,  Böhmer,  Kraftfuttermittel  1903,  416.
            
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