Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Mikroskopische  Untersuchung.  Die  Pilze  der  Futtermittel.

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Arten  U.  longissima  auf  Glyzeria-Arten  und  U.  echinata  auf  Phalaris  arundinacea.
Die  braun  bis  schwärzlich  gefärbten  Chlamydosporen  der  Getreidehrandpilze  entstehen ­
  bei  den  meisten  Arten  in  den  Blüten,  die  je  nach  Art  des  Pilzes  ganz  oder
his  auf  die  Spelzen  oder  die  Samenhülle  zerstört  und  in  eine  braune  Masse  verwandelt ­
  werden.  Die  Tilletia-Arten  entwickeln  ihre  Sporen  in  den  Samen  und  zerstören
diese  bis  auf  die  Samenhülle.  Von  Urocystis  oeculta  werden  Halme,  Blätter  und
Blattscheiden  des  Roggens  befallen.  Ustilago  Maydis  bildet  auf  Blättern,  Blattscheiden ­
  und  in  den  Blütenständen  Brandbeulen,  die  mit  den  Brandsporen  erfüllt
sind.  Ustilago  longissima  und  ü.  echinata  erzeugen  auf  den  Blättern  der  von  ihnen
befallenen  Gräser  braune  Längsstreifen,  in  denen  die  Sporen  liegen.
Die  wichtigste  der  Brandpilzarten  ist  Tilletia  Caries,  die  im  Fruchtknoten  des
Weizens,  Dinkels  und  Spelzes  schmarotzt,  die  Samenhaut  aber  nicht  zerstört,  so  daß
die  mit  den  Brandsporen  erfüllten  Körner  bei  der  Ernte  im  Getreide  bleiben  und
erst  heim  Dreschen  oder  Mahlen  zerstört  werden  und  ihren  Inhalt  auf  Korn  und  Mehl
entleeren.  Dem  Mehle  von  solchem  Weizen  ist  daher  nicht  selten  die  Brandmasse  beigemengt, ­
  wodurch  es  eine  unreine  Farbe  und  einen  widerlichen  Geruch  nach  Heringslake ­
  annimmt.  Geringe  Beimengungen  können  jedoch  unbemerkt  bleiben  und  erst

Fig.  188.  Brandsporen.  (1:300.)
a  V0D  Tilletia  Caries,  b  von  T.  laevis,  o  von  Ustilago  Jensenii,  d  von  U.  Maydis,  e  Sporenknäuel  von
Urocystis  ocoulta,  in  denen  nur  die  dunkleren  Sporen  keimfähig  sind.

in  Gebäck,  das  davon  bläulich  wird,  Verdacht  erwecken.  Weniger  häufig  in  Mehl
und  Kleie  sind  die  Sporen  der  anderen  auf  den  Getreidearten  schmarotzenden  Brandpilze,
da  ihre  nach  der  Zerstörung  der  Blütenspelzen  frei  liegenden  Sporen  meist  von
Wind  und  Regen  vor  der  Ernte  zerstreut  werden.
Der  mikroskopische  Nachweis  von  Brandsporen  im  Mehl  oder  in  Futtermitteln
ist  ebenso  einfach  wie  sicher.  Die  Sporen  sind  kugelige  Zellen  mit  derber  Membran,
Welche  glatt  oder,  wie  beim  Steinbrand,  netzig  verdickt,  braun,  selten  farblos  sind,
^it  Stärkekörnern  können  die  Sporen  nicht  verwechselt  werden,  wenn  man  dem
Üßjekt  etwas  Jodlösung  zusetzt.  Durch  Aufschließen  der  Kleien  mit  verdünnter
Natronlauge  werden  die  Brandsporen  noch  leichter  sichtbar.
Die  Sporen  der  verschiedenen  Ustilagineen  unterscheiden  sich  nach  Größe,
Zeichnung  und  Farbe  der  Sporen  (Fig.  188).  Die  Sporen  von  Tilletia  Caries  sind
^golrund,  blaßbraun,  durchscheinend,  mit  stark  ausgehildeten  netzförmigen  Verkokungen ­
  und  haben  einen  Durchmesser  von  17  Die  Sporen  der  ebenfalls  auf
Weizen  schmarotzenden  Tilletia  laevis  besitzen  eine  glatte  Membran.
Die  Sporen  der  Flugbrandarten  sind  dunkelbraun  und  glatt,  bei  Ustilago  nuda
° Val ,  bei  den  anderen  Arten  kugelrund,  mit  einem  Durchmesser  von  5—8  u.  Die
l' jri  U.  Maydis  sind  rund,  dunkelbraun,  feinstachelig  und  9—12  u  dick.  Bei
r ° c ystis  occulta  sind  mehrere  Sporen  zu  Knäueln  von  rund  24  ji  Dicke  vereinigt,
v °n  denen  aber  nur  einzelne  größere  keimfähig  sind.
            
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