Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Untersuchung  der  Mineralböden.

19

b)  Durch  chemische  Untersuchung.  Will  man  in  den  hei  0,2  und  _.  mm
Geschwindigkeit  getrennten  Schlämmerzeugnissen  eine  besondere  Tonhestimmung  urc  i
chemische  Untersuchung  ausführen,  so  werden  sie  nach  dem  Trocknen  und  Wagen
wieder  vereinigt  und  gut  gemischt.  Von  den  gemischten  tonreichen  Schlämmerzcugnissen
  —  feine  Tone,  Löß-  und  Mergelsande  können  nach  der  Pulverung  im
Achatmörser  direkt  verwendet  werden  —  werden  1—2  g  in  einem  Wageröhrchen
erst  anhaltend  bei  100°  getrocknet,  darauf  in  ein  weiteres  etwa  40  cm  langes,
unten  zugeschmolzenes  Kaliglasrohr  gebracht  und  mit  20  ccm  verdünnter  c  ve  e
säure  (1  Vol.  konz.  Schwefelsäure  und  5  Yol.  Wasser)  versetzt.  Enthält  die  tomge
Masse  kolensaures  Calcium,  so  setzt  man  das  Kohr  vorher  in  heißes  v  asser,  is
alle  Kohlensäure  ausgetrieben  ist.  Alsdann  wird  das  Kaliglasrohr  oben  an  ein
oberen  Teil  des  Eohres  darf  nichts  von  der  Tonmasse  hängen  —  zugeschmolzen
und  in  einem  Schieß-  oder  Köhrenofen  6  Stunden  lang  bei  120°  erhitzt,  JNach
dem  Erkalten  wird  der  obere  Teil  der  Eöhre  abgesprengt,  indem  man  mit  dem
Diamanten  ringsum  einen  Eing  zieht  und  einen  glühenden  Glasstab  dagegen
hält.  Der  Inhalt  der  Eöhre  wird  unter  Nachspülen  mit  destilliertem  W  asser
in  ein  Becherglas  entleert,  bei  Gegenwart  von  viel  Gips  mit  etwas  Salzsäure  versetzt, ­
  erwärmt,  filtriert  und  ausgewaschen.
Enthält  die  aufzuschließende  Tonsubstanz  bezw.  der  Boden  noch  Humus,  so  bewirkt ­
  man  die  Aufschließung  am  zweckmäßigsten  —  wenn  auch  mit  nicht
gleichmäßigen  Ergebnissen  —  in  der  Weise,  daß  man  etwa  5  g  Boden  in  einer
Dlatinschale  mit  konz  Schwefelsäure  zu  einem  Brei  anrührt,  die  Schwefelsäure  in
einem  Sandbade  oder  auf  einer  Asbestplatte  bei  ganz  kleiner  Flamme  verjagt  und
diese  Behandlung  zum  2  und  B.  Male  wiederholt.  Der  von  Schwefelsäure  tunlichst
befreite  Eückstand  wird  mit  Salzsäure  im  Wasserbade  zur  Trockne  verdampft,  m
Luftbade  erwärmt,  darauf  mit  salzsäurehaltigem  Wasser  gekocht,  filtriert  und  ausgewaschen. ­
  Das  Filtrat  wird  auf  ein  bestimmtes  Volumen  (250  oder  500  ccm)  gebracht ­
  und  in  einem  aliquoten  Teil  (100  oder  150  ccm)  nach  der  Oxydation  des  Eisenoxyduls ­
  mittels  Bromwasser  durch  Zusatz  von  Ammoniak  bis  zu  eben  eintretender
alkalischer  Eeaktion  Tonerde  und  Eisenoxydhydrat  gefällt,  filtriert,  ausgewaschen,
nach  dem  Trocknen  geglüht  und  gewogen.

Ein  zweiter  aliquoter  Teil  der  Lösung  wird  in  derselben  Weise  gefallt,
filtriert,  ausgewaschen,  der  Niederschlag  in  verdünnter  Schwefelsäure  gelost  in
einem  Kolben  mit  Bunsenschem  Ventil  durch  chemisch  reines  Zink  oder  Zink-Kupier  )
oder  ein  mit  Platindraht  umwickeltes  amalgamiertes  Stück  Zink  reduziert  und
das  Eisenoxydul  mit  Kaliumpermanganat  in  bekannter  Weise  titriert.  n  em  man
die  ans  dem  gefundenen  Eisenoxydul  berechnete  Menge  Eisenoxyd  von  o» b ei^ e
wogenen  Fällung:  Tonerde  +  Eisenoxyd  abzieht,  erhält  man  die  Menge  oncra
Letztere  wird  nach  der  Forchhammerschen  Formel  A1 2 SL0 7  +  H„0  mit
multipliziert,  um  die  vorhandene  Gesamtmenge  Ton  zu  berechnen.
Dieses  Verfahren  ist  aber  nicht  genau;  denn  zunächst  rührt  ein  Teil  der  .uif
vorstehende  Weise  gefundenen  Menge  der  in  Salzsäure  löslichen  lonerde  nicni
vom  Ton  als  solchem  her;  ferner  aber  auch  ist  das  Verhältnis  von  onercc

kurze  Zeit  lc .  wird  dadurch  erhalten,  daß  man  das  zu  verwendende  reinste  Zinkpulver
nachdem  s'  h* 1 1  eln ® r  Lösung  von  Kupfersulfat  in  Berührung  bringt  und  letztere  abgießt,
Zink  in  pi.'*-  1  aS  mit  Kupfer  überzogen  hat.  Das  Zink-Kupfer  bezw.  amalgamiertes
Zi„],  ft In  .  fhtspirale  vollziehen  die  vollständige  Eeduktion  des  Eisenoxyds  viel  schneller,

als  Zink  für

sich  allein.

2*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.