Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Untersuchung  von  Boden.

Kieselsäure  nicht  stets  gleichmäßig,  sondern  schwankt  in  den  einzelnen  Tonen
innerhalb  gewisser  Grenzen.
Für  genaue  Untersuchungen  empfiehlt  es  sich  daher,  die  Tonmasse  bezw.
den  Boden  vorher  mit  Salzsäure  anszukochen,  darauf  mit  Schwefelsäure  aufzuschließen ­
  und  weiter  den  von  der  Aufschließung  verbleibenden  Rückstand  zur
Bestimmung  der  im  Ton  vorhandenen  Kieselsäure  mit  einer  Lösung  von  Natriumkarbonat ­
  und  etwas  Natronlauge  auszukochen,  das  Filtrat  nebst  Waschwasser  mit
überschüssiger  Salzsäure  einzudampfen,  die  ausgeschiedene  Kieselsäure  zu  sammeln
und  zu  wägen  (vergl.  weiter  unten  S.  31  u.  f.).
L.  Grandeau  verfährt  in  folgender  Weise:  10  g  Feinerde  werden  mit
Wasser  zu  einem  steifen  Teig  angerührt,  dieser  Teig  darauf  allmählich  durch
größeren  Wasserzusatz  vollständig  zerteilt;  die  Flüssigkeit  wird  nach  und  nach
unter  Zusatz  von  destilliertem  Wasser  dekantiert,  bis  die  ganze  Menge  Erde
geteilt  und  abgeschlämmt  ist;  die  Gesamtmenge  der  Flüssigkeit  darf  x / 5  oder  x / 4  1
nicht  übersteigen.  Darauf  setzt  man  tropfenweise  Salzsäure  oder  Salpetersäure
zu,  bis  das  kohlensaure  Calcium  vollständig  aufgelöst  ist  (bei  stark  kalkhaltigen
Böden  unter  Erwärmen),  läßt  absitzen,  dekantiert,  bringt  schließlich  den  ganzen
Rückstand  auf  ein  Filter  und  wäscht  mit  Wasser  aus,  bis  das  Filtrat  keine
Kalkreaktion  mehr  zeigt.  Der  Rückstand  wird  in  einem  Becherglase  mit  0,5  g
Ätzkali  oder  2—3  ccm  Ammoniak  versetzt  und  unter  öfterem  Umrühren  4—  5
Stunden  zur  Lösung  der  dem  Tone  anhaftenden  Humussubstanzen  stehen  gelassen; ­
  sodann  wird  das  250  ccm  fassende  Becherglas  mit  Wasser  gefüllt,  umgerührt ­
  und  nach  24-stündigem  Stehen  die  Flüssigkeit  in  ein  l 1 /^  1  fassendes
Becher  glas  gehebert,  darauf  die  abgezogene  Flüssigkeit  durch  Wasser  ersetzt  und
diese  Behandlung  4—6-mal  wiederholt,  bis  die  überstehende  Flüssigkeit  vollkommen
klar  ist.  In  dem  größeren  Becherglase  befindet  sich  der  gesamte  Ton  und  die  im
Alkali  gelöste  Humussubstanz.  Setzt  man  dazu  noch  5—10  g  Chlorkalium,  so  setzt
sich  der  Ton  auf  dem  Boden  ab.  Nachdem  sich  die  Flüssigkeit  geklärt  hat,  hebert
man  den  größten  Teil  derselben  ab,  dekantiert  durch  ein  Filter,  bringt  schließlich
die  gesamte  Tonmenge  auf  dasselbe  und  wäscht  mit  destilliertem  Wasser  so  lange  aus,
bis  die  aufgebrachte  Flüssigkeit  nur  langsam  zu  filtrieren  beginnt,  ein  Beweis  dafür,
daß  der  Ton  infolge  der  Abwesenheit  eines  in  Lösung  befindlichen  Salzes  seinen
früheren  Zustand  wieder  angenommen  hat.  Nach  dem  Trocknen  des  Filters  bringt
man  den  Rückstand  in  eine  gewogene  Platinschale  und  trocknet  bei  150°,  fügt  den
durch  Verbrennen  des  Filters  erhaltenen  Rest  des  auf  dem  Filter  verbliebenen
Tones  hinzu  und  erhält  so  das  Gewicht  des  wasserfreien  Tones.
8.  Bestimmung  des  Sandes  (Quarz  -j-  Silikate).
a)  Bestimmung  des  Gesamtgehaltes.  Den  Anteil  an  gröberem  Sand  (d.  h.
Quarz  +  Silikate)  erfährt  man  durch  Absieben  mittels  eines  Siebes  von  3  bezw.  2  mm
Lochweite,  den  Anteil  an  feinerem  Sand  dagegen  durch  die  Schlämmuntersuchung;
bei  einer  Schlämmgeschwindigkeit  von  2  mm  in  der  Sekunde  wird  die  tonige  Masse
des  Bodens  ziemlich  vollständig  abgetrennt,  und  man  erfährt  den  Gehalt  an  Sand
und  die  Körnung  desselben,  wie  oben  S.  6  und  12  beschrieben  ist.
Auch  kann  zur  annähernden  Bestimmung  des  Sandgehaltes  das  unter  7  a  (S.  18)
beschriebene  Verfahren  von  Knop  dienen,  ferner  das  Verfahren  von  A.  Müller  mit
Phosphorsäure  (vergl.  unter  „Untersuchung  von  Gesteinen  und  deren  Verwitterungserzeugnisse). ­
  Eine  genaue  Bestimmung  des  Sandgehaltes,  sowie  eine  Trennung"
des  Quarzsandes  von  den  Silikaten  ist  jedoch  nur  durch  die  chemische  Untersuchung
möglich.  Vergl.  S.  31  u.  f.
            
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